In einer aufgeweichten Wand fand ein Geschichtslehrer einen historischen Schatz aus der Nazi-Zeit. dpa/Stadtarchiv Hagen

Die schweren Fluten der vergangenen Wochen haben vor allem im Westen Deutschlands riesigen Schaden angerichtet. Dutzende Menschen starben, viel mehr verloren ihr Hab und Gut und sind noch immer obdachlos. In manchen Orten ließen die Wassermassen kaum einen Stein auf dem anderen – und förderten dadurch auch so einiges zutage, womit niemand rechnete. In Hagen entdeckte ein Geschichtslehrer in einer aufgeweichten Wand einen Nazi-Schatz!

Geschichtslehrer aus Hagen fand die Nazi-Devotionalien in einer aufgeweichten Wand

Zunächst blickte Geschichtslehrer Sebastian Yurtseven (39) hinter einer durchnässten Rigips-Platte nur auf ein paar alte Zeitungen, die in einem Lock in einer aufgeweichten Schicht aus Lehm und roten Ziegeln steckten, wie er der Westfalenpost schilderte. Doch dabei blieb es nicht.

„Als ich sie herausgezogen habe, rutschten von oben andere Objekte nach“, sagt Yurtseven, dem dann ein echter historischer Schatz entgegen kam: Schlagringe, Gasmasken, ein Revolver, ein Parteiadler der NSDAP, ein Gemälde von Adolf Hitler und NS-Literatur. Es soll sich um den bedeutendsten Nazi-Fund der vergangenen Jahre in der Region handeln. Für Yurtseven, der sofort das Stadtarchiv von Hagen verständigte, war es deshalb ein „Gänsehaut-Moment“.

Es könnte sich um ein Versteck der Nazi-Volkswohlfahrt gehandelt haben

Die Historiker gehen davon aus, dass es sich um ein hektisch ausgesuchtes Versteck Mitgliedern der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) handelt, der unter anderem das Ernährungshilfswerk, das Haushaltshilfe-Hilfswerk und die Kinderlandverschickung unterstanden. So erklärt sich auch, dass unter den Funden Gasmasken für Männer, Frauen und Kinder – also für Zivilisten – waren. Die NSV war allerdings auch in den NS-Terror involviert.

Gasmasken für Frauen, Männer und Kinder aus der Nazi-Zeit wurden nach dem Unwetter gefunden. dpa/Stadtarchiv Hagen

Der Fachdienstleister Wissenschaft, Museen und Archive der Stadt Hagen, Ralf Blank, vermutet, dass die Nazi-Devotionalien am 14. April 1945, als die Alliierten mit Panzern und Infanterie in Hagen anrückten, schnell in der Wand entsorgt wurden, um sie vor den Amerikanern zu verstecken.

Lesen Sie auch: Hitlers Giganten-Gäule gehören jetzt dem Bund >>

Die Nazi-Funde sollen nun konserviert und später im Stadtmuseum von Hagen ausgestellt werden.