Das Team der Zentralen Notaufnahme an der Uniklinik Essen zeigt, worauf es ankommt: Sie bleiben für uns in der Klinik, wir bleiben Zuhause. Foto: Privat

Köln/Berlin - Sie gehören zu den Menschen mit den ungerechtesten Gehältern und werden trotzdem als „systemrelevant“ bezeichnet: die Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern, die Krankenwagenfahrer und Pflegedienste. Alle die, die sich mit Herzblut und aufopfernd Tag und Nacht nicht nur um die Corona-Erkrankten kümmern. Wie soll man Ihnen danken?

Hier geht ein Ruck durch Deutschland. Plötzlich brandet vielerorts Applaus auf, teilweise begleitet von Jubelrufen. In Berlin etwa standen am Mittwochabend Menschen um 21 Uhr auf ihren Balkonen und klatschten minutenlang. Bereits tags zuvor war es in Köln zu ähnlichen Szenen gekommen. Sie alle folgten einem Aufruf zu einer Solidaritätsaktion in der Coronakrise, der über die sozialen Netzwerke verbreitet worden war. „Nun heißt es Zusammenhalt und Anerkennung zeigen!“, stand dort.

Respekt für die Helfer in der Corona-Krise

„Kommt heute Abend alle an eure Fenster und auf eure Balkone und applaudiert für die Menschen, die derzeit immer noch für uns und die Gesellschaft arbeiten.“ Der Beifall in den Wohnvierteln führte teils auch zum Austausch unter Nachbarn, die bis dahin gar nichts miteinander zu tun gehabt hatten: Sie grüßten sich mit Zurufen oder leuchtenden Handys über die Straße. Aus mehreren Stadtvierteln im Zentrum Kölns wurde eine starke Beteiligung gemeldet.

In der Essener Innenstadt sah man viele Menschen in den Fenstern, die ihren Respekt mit Applaus zeigten. Foto: dpa

Auch in anderen Orten, darunter Hamburg, Berlin und Leipzig, klatschten Menschen am Dienstag für Helferinnen und Helfer. Videos davon teilten sie in den sozialen Medien. Wer als Erster in Deutschland dazu aufgerufen hat, ist nicht bekannt. Es gibt aber bereits Aufrufe, diese Aktion nun jeden Abend fortzuführen.

In Italien, Spanien und Griechenland haben sich bereits in den vergangenen Tagen Bürger mit ähnlichen Aktionen bei Helfern bedankt. In Paris applaudierten am Dienstagabend um 20 Uhr Anwohner ebenfalls für Ärzte und Pflegepersonal. In Frankreich gilt seit Dienstagmittag eine landesweite 15-tägige Ausgangssperre.

Von Krankenhausmitarbeitern kommen derweil in den sozialen Medien eindringliche Bitten an die Bevölkerung. „Wir bleiben für euch da! Und ihr bitte zu Hause!“ ist auf Spruchbändern zu lesen. Unter anderem das Team der Zentralen Notaufnahme an der Uniklinik Essen fotografierte sich so. Die Essener Ärztin Carola Holzner, im Internet bekannt als „Doc Caro“, sagte über das Foto mit ihren Kollegen: „Wir können hier nur an der Front kämpfen, wenn im Hintergrund alle mitmachen.“ Bundesweit posteten Krankenhäuser ähnliche Fotos in sozialen Medien.

Neue Musik-aktion am Sonntag, 22. März, geplant

Jetzt gibt es auch noch eine neue Ansage auf Facebook für eine weitere Dankes-Aktion: Übermorgen, am Sonntag, den 22. März, spielen um Punkt 18:00 Uhr alle, die ein Instrument haben, zum Dank aus den Fenstern die „Ode an die Freude“ (D-Dur, von Beethoven, #musikfürdeutschland).