Carabinieri stehen vor einem Haus in Rivarolo Canavese. Hier erschoss ein Mann vier Menschen. Foto: Carabinieri

Es ist ein wahres Massaker, dass sich am Samstagabend in der Ortschaft Rivarolo Canavese unweit von Turin ereignet hat. Ein 83-Jähriger hat vier Menschen mit einer Pistole getötet und anschließend versucht, sich selbst das Leben zu nehmen. Die Polizei ermittelt.

Als die Polizei in der Nacht zu Sonntag die vier Leichen entdeckte, lag die Tat offenbar schon einige Stunden zurück. Die Ermittler rekonstruierten den Fall am Sonntagmorgen so: Der Rentner Renzo T. (83) tötete zunächst seinen geistig behinderten Sohn Wilson (51) und seine Frau Rosaria V. (79). Seine Nachbarn, denen auch das Haus gehört, indem Renzo T. mit seiner Familie lebte, kamen nachdem sie sie Schreie und Schüsse gehört hatten, vorbei, um zu schauen, was los ist. Doch diese Fürsorge war ihr Verderben. Auch das Ehepaar (74, 70) wurden von Renzo T. erschossen. 

Vierfach-Mord in Italien: Der Täter liegt auf der Intensivstation

Laut dem italienischen Corriere della Sera war es die Tochter des Vermieter-Ehepaares, die die Polizei auf den Fall ansetzte. Weil sie stundenlang nichts von ihren Eltern gehört hatte, schlug sie gegen Mitternacht Alarm. Als Sicherheits- und Rettungskräfte sich Zutritt zur Wohnung von Renzo T. verschaffen wollten, richtete er die Waffe gegen sich selbst. Derzeit liegt er auf der Intensivstation der San Giovanni Bosco-Klinik in Turin. Die Tatwaffe wurde beschlagnahmt.

Derweil will sich die italienische Polizei noch nicht zu einem Motiv äußern. Klar scheint jedoch, dass Renzo T. seine Vermieter erschossen hatte, um die zuvor begangenen Taten zu verdecken. Ob ein behindertenfeindliches Motiv oder ein Femizid – also die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts – vorliegt, ist laut den Ermittlern noch unklar.