Am Abend wurde ein Mann mit tödlichen Schussverletzungen aufgefunden. Zeugen sollen beobachtet haben, wie er von einem Mann erschossen wurde. Anschließend sei der Angreifer auf einem Fahrrad in Richtung Innenstadt geflüchtet. Foto: dpa/Matthias Bein

Mehrere Schüsse schreckten die Kleinstadt Quedlinburg im Harz am Montagabend auf. Ein 73 Jahre alter Mann wurde offenbar kaltblütig hingerichtet. Er soll von mehreren Kugeln in den Rücken getroffen worden sein. Ersthelfer und Sanitäter konnten den Mann nicht retten. Der Täter ist indes noch auf der Flucht.

Die Straße Gröpern liegt im Norden von Quedlinburg. Wegen mehrerer Fachwerkhäuser steht sie in allen Reiseführern der Stadt, deren architektonisches Erbe auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes steht. Doch am Montagabend wurde die offensichtliche Idylle zerstört: Mehrere Anwohner hörten gegen 18.45 Uhr Schüsse. Wer dann einen Blick auf die Straße warf, sah dort einen leblosen Mann liegen. Alle Reanimationsversuche blieben erfolglos. Am Dienstag konnte die Polizei das Opfer identifizieren. Es handelt sich um einen 73 Jahre alten Bürger der Stadt.

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Am Mittwoch soll die Leiche des Mannes obduziert werden. Die „Bild“ berichtet allerdings, dass das Opfer von drei Kugeln im Rücken getroffen worden sei. Indizien, die auf hinrichtungsähnliche Umstände schließen lassen. Sicher ist das nicht. Denn die Polizei hat noch keine Spur zum Täter – und somit auch nicht zum Motiv. 

Um auch in der Dunkelheit Spuren zu sichern, bauten die Ermittler ein Zelt mit Scheinwerfern auf. Foto:  dpa/Matthias Bein

Schon als die Ersthelfer am Tatort eintrafen, war dort vom Täter keine Spur mehr. Er soll auf einem Fahrrad in Richtung Innenstadt geflüchtet sein. Die Kriminalpolizei hatte sofort eine Ringfahndung gestartet, doch die blieb bis zum Dienstagabend ohne Erfolg. Noch bis zum Einbruch der Dunkelheit waren am Montag ein Fährtenspürhund und ein Hubschrauber im Einsatz. An der Sicherung der Spuren waren auch Spezialisten der Tatortgruppe des LKA Sachsen-Anhalt beteiligt. Die Kripo hat bereits eine Sonderkommission eingerichtet, um den Fall aufzuklären. Sie ermittelt wegen Mordverdachts!

Neben der Tatortarbeit befragte die Polizei auch zahlreiche Zeugen, die die Ermittler dem Täter näherbringen sollen. Berichte, wonach der flüchtige Täter ein junger Mann gewesen sein soll, der ein Basecap trug, wollte die Polizei am Dienstag nicht bestätigen. Es habe Zeugenaussagen in diese Richtung gegeben, sagte eine Sprecherin. Dies werde nun geprüft.