Ein Flüchtling sitzt an einem Zaun des Flüchtlingslagers Moria auf Lesbos. Foto: dpa/Michael Varaklas

Noch immer leben rund 15.000 Menschen im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos. Doch es sind längst nicht nur die lebensfeindlichen Umstände in dem Camp, das eigentlich für 3000 Menschen ausgelegt ist, die die Bewohner bedrohen – auch Rechtsextremisten machen die Lage immer unerträglicher.

Wie der Grünen-Europaabgeordnete Erik Marquardt am Donnerstag mitteilte, soll ein rechter Mob Flüchtlinge im Camp mit Steinen beworfen haben. In einem Video, das der 32-Jährige dazu postete, ist zudem zu sehen, wie in der unmittelbaren Umgebung des Lagers Feuer wüten. Laut dem Politiker sollen die Brände gelegt worden sein, um die Bewohner des Camps zu gefährden. Fast jeden Tag gebe es in der Gegend Feuer – und viele Beobachter des Lagers und seines Umfeldes seien sich sicher, dass diese gelegt seien.

Lesen Sie auch: Wehe, wenn das Coronavirus nach Moria kommt >>

Bereits Anfang März kam es zu Hetzjagden auf Flüchtlinge in Lesbos. Daran beteiligt sollen auch zahlreiche Neonazis aus dem Ausland – auch aus Deutschland – gewesen sein. Damals berichtete Marquardt von „40 internationalen Nazis“, die auf Lesbos angekommen seien. Mehrfach sei es zu Übergriffen gekommen. Ob auch dieses Mal deutsche Neonazis beteiligt waren, ist nicht bekannt.

Doch auch ohne ausländische Rechtsradikale kam die Insel nicht zur Ruhe, Übergriffe kamen immer wieder vor. Regelmäßig würden zudem Häuser und Autos von NGOs, die Flüchtlingen helfen, angegriffen, teilte Marquardt dem KURIER in einem Statement mit.