Polizisten beim Einsatz in Boxberg. Es gab eine Razzia in der Reichsbürgerszene. dpa/Kohls

Bei einem dramatischen Polizeieinsatz in Boxberg zwischen Heilbronn und Würzburg hat ein mutmaßlicher Reichsbürger auf SEK-Beamte geschossen. Ein Polizist wurde verletzt, glücklicherweise nicht lebensgefährlich, wie ein Sprecherin am Mittwoch mitteilte. Er wurde wohl am Bein getroffen. Spezialkräfte wollten das Gebäude in Baden-Württemberg unter die Lupe nehmen. Es war ein Einsatz in der Reichsbürger-Szene.

Razzia bei Reichsbürgern: Es ging um illegalen Waffenbesitz

„Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“ leugnen die Existenz der Bundesrepublik Deutschland und ihres Rechtssystems, sprechen Politikern und Staatsbediensteten die Legitimation ab und verstoßen immer wieder gegen Gesetze. Allein in Baden-Württemberg sollen 3300 von ihnen leben. Bei dem Einsatz am Mittwoch ging es zunächst einmal um illegalen Waffenbesitz. Bei dem Einsatz wurden mehrere Schüsse abgegeben.

Nach der Razzia brannte das Haus ab. dpa/Kohls

Razzia bei Reichsbürgern: Sieben Festnahmen

Insgesamt wurden demnach sieben Menschen vorläufig festgenommen. Der Mann, gegen den sich die Polizeiaktion richtete, besaß nach dpa-Informationen einmal legal mindestens eine Waffe. Es habe eine Verfügung der Waffenbehörde gegeben, dass er sie abgeben müsse. Diese Verfügung sollte durchgesetzt werden. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte in Stuttgart: „Es liegen Hinweise vor, dass der mutmaßliche Täter der Reichsbürgerszene nahesteht oder ihr angehört.“

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Der mutmaßliche Haupttäter widersetzte sich der Festnahme. Ein politisch motivierter Hintergrund der Tat sei nicht ausgeschlossen, sagte die Sprecherin weiter. Nach Angaben der Polizei wurden in dem Anwesen die weiteren Personen widerstandslos und unverletzt festgenommen.

Anschließend kam es zu einem Brand. Das Gebäude sei kontrolliert abgebrannt, hieß es. Ob dabei Beweismittel vernichtet wurden, ist bislang unklar.