Patrick Baker beging einen Raubmord, wurde begnadigt – und erneut verurteilt. Polizei

Er wurde wegen Raubmordes zu 19 Jahren Gefängnis verurteilt, aber nach nur 30 Monaten vom Gouverneur von Kentucky begnadigt. Für Patrick Baker bedeutete das aber kein Happy End. Im Gegenteil. Jetzt muss er mehr als doppelt so lange für dasselbe Verbrechen in den Knast.

Laut der Staatsanwaltschaft war Baker 2014 in der Verkleidung eines Polizisten in das Haus des Drogendealers Donald Mills eingedrungen. Dort hatte er den Hausherren erschossen und dessen schwangere Ehefrau und Kinder mit der Waffe bedroht, während er das Haus nach Opioid-Pillen durchsuchte. 2017 wurde er wegen Mordes verurteilt.

Bakers wohlhabende Familie entrichtete 2018 großzügige Wahlspenden an den Gouverneur von Kentucky, Matt Bevin. Dieser verlor zwar die Wahl, begnadigte Baker aber, kurz bevor er im Dezember 2019 sein Amt räumen musste.

Eigentlich kann man in den USA nicht zweimal für dasselbe Verbrachen angeklagt werden, aber ...

Es kam zu Protesten aus der Bevölkerung und die US-Bundesstaatsanwalt schaltete sich ein. Sie beschloss, Baker erneut für den Mord anzuklagen. Nach der „Double Jeopardy“-Klausel im Grundgesetz der USA können Bürger nicht zwei Mal für dasselbe Vergehen angeklagt werden – doch es gibt eine besondere Ausnahme.

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Die „duale Souveränität“-Regel erlaubt es, sowohl den Behörden eines Bundesstaates als auch der Bundesstaatsanwaltschaft Personen für ein und dasselbe Verbrechen einzeln zu bestrafen. Das geschieht fast nie, doch im Falle von Baker macht Bundesstaatsanwalt Calton S. Shier kurzen Prozess.

Da das Strafmaß des Bundes drakonischer ist als das vom Bundesstaat Kentucky, bedeutete das erneute „Schuldig“-Urteil beim neuen Prozess ein Strafmaß von 42 Jahren Gefängnis. Mills’ Witwe richtete im Interview mit dem örtlichen Sender WYMT ein sarkastisches Dankeschön an ihren Ex-Gouverneur: „Vielen Dank Matt Bevin für die Begnadigung. Die doppelte Strafe war es wert!“

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