Der Rapper Gzuz, Mitglied der Hamburger Hip-Hop-Gruppe 187 Strassenbande, im Juni vor Gericht. Foto: dpa/Christian Charisius

Im Laufe des Verfahrens hatte er mit seinem Verhalten quasi darum gebettelt: Gangster-Rapper Gzuz (32) muss ein Jahr und sechs Monate ins Gefängnis. Das hat das Amtsgericht Hamburg am Dienstag entschieden. Dem Frontmann der Hamburger Hip-Hop-Gruppe 187 Strassenbande werden unter anderem Verstöße gegen das Waffengesetz, Drogenbesitz und Körperverletzung vorgeworfen. 

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe in Höhe von einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung gefordert. Sein Verteidiger Christopher Posch hatte gefordert, den Angeklagten in allen Anklagepunkten freizusprechen. Der 32-Jährige ist bereits mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten, unter anderem wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung (Az.: 259 Ds 117/19). Neben seiner Haftstrafe muss der Rapper zudem eine Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu je 1700 Euro zahlen, wie die „Hamburger Morgenpost“ berichtet. Gesamtsumme der Strafe: 510.000 Euro.

Die Liste der Vorwürfe gegen den 32-Jährigen ist lang. So soll Gzuz an Silvester 2018 mehrfach eine Schreckschusspistole abgefeuert haben, obwohl ihm das Führen von Waffen aller Art untersagt ist. Zudem wurden bei einer Hausdurchsuchung im April 2018 in seiner Hamburger Wohnung 17 Gramm Marihuana und 2,5 Gramm Crystal Meth gefunden.  In seinem Haus im nicht weit entfernten Halstenbek fanden Beamte auch eine Schreckschusspistole in Munition. Dazu kommt, dass Gzuz im Februar versucht haben soll, eine Sauerstoffflasche aus einem unverschlossenen Rettungsfahrzeug zu stehlen. Auf der Reeperbahn soll der Gangsterrapper dann einer jungen Frau, die ein Selfie mit ihm machen wollte, mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben. Nach einer Entschuldigung hatte die junge Frau ihre Anzeige zurückgezogen.

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Während des Prozesses wurde Gzuz, der mit bürgerlichem Namen Kristoffer Jonas Klauß heißt, einmal nach einem Wortgefecht mit Richter Johann Krieten des Gerichtssaals verwiesen. Zudem kam er zum Prozessauftakt zu spät. Während der Prozess schon lief, postete er auf Instagram eine Story von einer Tankstelle. Als er mit großer Verspätung doch vor Gericht erschien, wurde er dort festgenommen und kam gegen eine Kaution von 100.000 Euro frei.