Ein Doggybag mit übrig gebliebenem Essen, das der Gast nach dem Restaurantbesuch mit nach Hause nehmen kann. imago

Es ist paradox und ungerecht: Immer mehr Menschen wissen nicht, wie sie mit ihrem Geld noch über die Runden kommen sollen und immer teurer werdende Lebensmittel einkaufen können. Und im Restaurant werden viele Lebensmittel vergeudet. Zum einen wollen Köchinnen und Köche den Gästen nur makellose Portionen servieren. Schon bei der Zubereitung fällt vieles weg, was trotzdem gesund und gehaltvoll ist. Und dann ist das Auge des Gastes meist größer als der Magen: Immer wieder bleibt Essen übrig, oftmals ganze Portionen.

Inzwischen ist es üblich und längst nicht mehr peinlich, sich übrig gebliebenes Essen einpacken zu lassen. „Doggybag“ wird so ein Päckchen im Englischen verballhornt. Doch nur wenige greifen auf diese Möglichkeit zurück, sich das Essen am nächsten Tag noch einmal aufzuwärmen.

Lebensmittelverschwendung: Spanien verpflichtet Restaurants, den Gästen ihre Essensreste mitzugeben

Nun geht die spanische Regierung einen Schritt weiter im Kampf gegen die Lebensmittelvergeudung und verpflichtet Restaurants und Bars dazu, den Gästen deren Essensreste mitzugeben. „Táper“ wird der Doggybag im Spanischen genannt.

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Die Regelung, die ab 2023 in Kraft treten wird, betrifft auch Supermärkte: Diese müssen nunmehr Lebensmittel, deren Haltbarkeitsdatum bald abläuft, zu deutlich reduzierten Preisen verkaufen. Außerdem werden die Läden dazu verpflichtet, Lebensmittel an Hilfsorganisationen ähnlich den Tafeln abzugeben.

Erst wenn diese Möglichkeiten der Verwertung ausgeschöpft sind, können die Lebensmittel an Tiere verfüttert oder kompostiert werden. Aber sie einfach in den Müll werfen, das ist den Supermärkten künftig nicht mehr gestattet.

Auch Supermärkte ergreifen Initiativen gegen Essensvergeudung

In Deutschland haben Supermärkte allerdings selbst schon Initiativen gegen die Lebensmittelverschwendung ergriffen: So werden Waren mit bald endendem Haltbarkeitsdatum unter anderem bei Rewe günstiger verkauft. Lidl packt in einigen Filialen Kisten mit Obst, das Makel aufweist, aber noch verzehrfertig ist.

Gegen die Lebensmittelverschwendung setzen sich auch unabhängige Initiativen wie Too Good To Go ein: Eine App ermöglicht Kunden, teils hochwertiges Essen vergünstigt bei Restaurants, Hotels und Geschäften abzuholen. Den Lokalen erspart diese Lösung, das übrig gebliebene Essen wegzuwerfen.