Ein Polizei-Auto in Wien. (Symbolbild) Foto: dpa/Herbert Neubauer

In der österreichischen Hauptstadt Wien kam es am Donnerstagnachmittag zu einem antisemitischen Angriff. Eine Frau bedrohte laut österreichischen Medien einen Rabbiner mit einem Messer, trat ihm gegen das Bein und riss ihm die Kippa vom Kopf. Dabei soll sie judenfeindliche Parolen gerufen haben. Der Angegriffene blieb körperlich unverletzt.

Nach der Tat, die ich gegen 16 Uhr im zentralen Wiener Bezirk Landstraße ereignete, war die Frau geflüchtet. Die Polizei fahndet nach ihr. Wie die österreichische Tageszeitung „Kurier“ berichtet, beschrieb der Rabbiner die Angreiferin als etwa 50-jährige und 170 cm große Frau, die einen grauen Mantel trug. Das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung hat die Ermittlungen übernommen.

Besonders dramatisch: Wie das Portal „oe24.at“ vermeldet, sollen zur Zeit des Angriffs viele Passanten unterwegs gewesen sein. Doch niemand habe ihm geholfen, stattdessen hätten die Leute weggesehen, soll der Geistliche in seiner Befragung angegeben haben.

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Der Präsident der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Oskar Deutsch, hat den Angriff auf den Rabbiner noch am Donnerstagabend verurteilt und als „verstörenden Vorfall“ bezeichnet, der viele Menschen verunsichert habe. „Doch die jüdische Gemeinde wird sich nicht einschüchtern lassen“, betonte er auf Twitter.

Kritik kam auch aus der Politik. Österreichs Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) versprach rasche Aufklärung. „Es gibt keine Toleranz bei Antisemitismus - egal ob dieser politisch oder religiös motiviert ist“