Im Gerichtssaal wird die Öffentlichkeit gebeten, vor dem Prozess den Raum zu verlassen IMAGO / Andre Lenthe

Vor einer Jugendkammer im Landgericht Hamburg müssen sich nun elf Männer verantworten. Zehn davon haben eine Jugendliche in einem Park vergewaltigt, der elfte habe das ganze mit seinem Smartphone gefilmt. Dieser wird aufgrund von Beihilfe sowie Herstellung jugendpornografischer Inhalte und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen angeklagt. Derselbe Vorwurf droht einem der Zehn, der auch die Wertsachen des Mädchens gestohlen haben soll.

Öffentlichkeit wurde vom Prozess ausgeschlossen

Das 15-jährige Mädchen war nach Angaben der Staatsanwaltschaft am 19. September 2020 zunächst auf einer Party im Stadtpark. Danach sei sie unter starkem Alkoholeinfluss einem der Angeklagten begegnet, der sie daraufhin im Gebüsch vergewaltigt haben soll. Später kamen die anderen Täter hinzu und missbrauchten das Mädchen ebenso.

Die Elf angeklagten sind zwischen 16 und 22 sind zu einem großen Teil noch jugendlich. Mit der Begründung, dass die Intim- und Sexualsphäre der Klägerin als auch der Angeklagten geschützt werden müsse, wurde die Öffentlichkeit aus dem Prozess ausgeschlossen.

Als Beweis für die Tat wurde DNA von neun der Angeklagten gefunden, der zehnte saß bereits mehrere Wochen lang in Untersuchungshaft. Bei ihm wurden bereits Zweifel geäußert, ob diese Beweislage ausreichend für eine Verurteilung ist.

Im Internet gibt es Aufrufe zu Selbstjustiz

Im Internet gab es bereits Aufrufe für Selbstjustiz gegen die Täter. Die Polizei ermittelt gegen solche Aussagen, die ebenfalls strafbar sind. „Diese Dreckspack gehört ins Gefängnis, oder gerne auch vorher Zwangskastriert zu werden“, heißt es unter anderem. Die Arbeitsstellen mutmaßlichen Täter sollen ebenso veröffentlicht worden sein. Es wurde sogar eine Petition namens „Wildtiere gehören nicht frei unter Menschen“ erstellt, die bereits über 8.000 Unterschriften hat.

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Im Moment befinden sich die Angeklagten noch auf freiem Fuß. Wie das endgültige Urteil lauten wird und ob die Öffentlichkeit dies erfahren wird steht am Ende des Jahres fest. Bis dahin stehen noch einige Prozesstage an.