Eine Frau in Ekstase in einem Bett (Symbolfoto). Foto:  imago images/agefotostock

Einst verkündete Nicole Daedone: „Wir werden mit dem weiblichen Orgasmus die Welt verändern“. Doch jetzt ist die Gründerin einer Wellnessfirma ins Visier des FBI geraten. Die Behörden glauben nämlich, dass Daedone einen „Sexkult“ leitet und Prostitution und Sexhandel betrieben hat.

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Daedone hatte „OneTaste” 2004 in Kalifornien gegründet. Sie bot Workshops in „orgasmischer Meditation (OM)” an, die sie von einem buddhistischen Mönch gelernt haben will. Ihren Teilnehmerinnen versprach Daedone ein verbessertes Sexleben und die Chance, sich ihre Sexualität zurückzuerobern. Die Teilnehmerinnen konnten entweder einen männlichen Partner mitbringen oder bekamen einen Mann, der ebenfalls ein zahlender Teilnehmer war, zur Seite gestellt. Die Aufgabe der Männer: Die Klitoris der Frauen 15 Minuten lang zu „streicheln“.

Nicole Daedone hat jetzt das FBI am Hals.  Foto: Instagram

Solche Methoden fand auch Gwyneth Paltrow interessant, sodass sie Daedone für ihre Webseite GOOP interviewte. Die erklärte die Vorteile von OM so: „Die Meditation verändert, wie das Gehirn auf Empfindungen anspricht. Sie unterstützt das parasympathische Nervensystem, das für Ruhen und Verarbeiten verantwortlich ist. Und nicht das sympathische Nervensystem, das den Kampf oder Flucht-Reflex auslöst.“

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Die angebotenen Klassen kosteten zwischen 499 Dollar für einen Wochenendkurs bis zu 16.000 Dollar für ein Ausbildungsprogramm. Laut der Journalistin Nastaran Tavakoli-Far in ihrem neuen BBC-Podcast „The Orgasm Cult“ verschuldeten sich viele der Frauen und arbeiteten ihre Schulden für Daedone ab: „Einige Ex-Angestellte behaupten, dass sie angewiesen wurden, mit potentiellen Kunden Sex zu haben, damit diese Kursverträge unterschreiben. ‚OneTaste‘ war ein Sexkult und Daedone wurde als Guru verehrt“.

Laut Tavakoli-Far darf Daedone seit 2018 keine „OM-Kurse“ mehr anbieten, bis das FBI die Ermittlungen abgeschlossen hat.