Schwieriges Verhältnis: Werden sich William (l.) und Harry wieder versöhnen? (Archivbild)
Schwieriges Verhältnis: Werden sich William (l.) und Harry wieder versöhnen? (Archivbild) dpa/Martin Meissner/AP

Es bleibt spannend bei den Royals und es darf weiter spekuliert werden, ob es weiter blaublütigen Zoff gibt, oder ob sich am Ende alle in den Armen liegen. Die Veröffentlichung der vielbeachteten Autobiografie von Prinz Harry dürfte die Wogen nicht gerade geglättet haben. Aber vielleicht wird ja doch noch alles gut.

Die Sunday Times prescht schon mal vor und äußert die ziemlich steile These, dass es noch vor der Krönung von König Charles III. im Mai eine Versöhnung von Prinz Harry mit der königlichen Familie geben könnte: „Es erfordert Flexibilität auf allen Seiten, aber es ist machbar, es ist reparabel“, zitierte das Blatt eine dem König nahestehende und auch mit Harry und seiner Frau Meghan bekannte Quelle.

Prinz Harry: Treffen mit Charles und William?

Für eine Aussöhnung sei es nötig, dass Harry nach Großbritannien komme und sich mit seinem Vater und seinem Bruder William sowie weiteren Familienmitgliedern zusammensetze, führte die Quelle aus. Auch Vertraute von Harry könnten an dem Treffen teilnehmen, damit er nicht das Gefühl habe, „dass ihm eine Falle gestellt wird“.

Demnach könne ein Treffen in den kommenden Monaten vor der für den 6. Mai geplanten Krönungszeremonie für Charles III. stattfinden. Beide Seiten müssten „die Hände heben“ und zugeben, dass sie nicht alles richtig gemacht hätten, hieß es weiter. „Nicht jeder hier hat sich gut benommen, aber Harry muss in der Lage sein, sich hinzusetzen und zu sagen: ‚Wir haben uns auch nicht gut benommen‘“, führte die Quelle fort. „Das erfordert eine Menge akademischer Flexibilität, worin Harry nicht gut ist.“

In seiner Autobiografie rechnet Harry mit William ab

Harrys Autobiografie hat in vielen Ländern einen fulminanten Start hingelegt. „Spare“ (deutscher Titel: „Reserve“) verkaufte sich bereits in den ersten Tagen nach der Veröffentlichung nach Verlagsangaben millionenfach. In dem Buch schildert der jüngere Sohn des britischen Königs Charles III. die Zeit nach dem Tod seiner Mutter Diana, rechnet mit der britischen Klatschpresse ab und wirft den Royals vor, seine afroamerikanische Frau Meghan nicht genug unterstützt zu haben.

Zeit sei nun von entscheidender Bedeutung, sagte die Quelle weiter. „Der König braucht freie Bahn für die Krönung.“ Eine Aussöhnung sei daher bis spätestens April notwendig. Auch die Ehefrauen der Betroffenen müssten mit ins Boot geholt werden. Eine weitere königliche Quelle stimmte der Zeitung gegenüber zu: Wenn Harry und Meghan nicht vor der Krönung eingeladen würden, werde der Zwist zwischen den Brüdern zu „einem Zirkus und einer Ablenkung“.

Der Buckingham-Palast schweigt

Offiziell schweigen Buckingham- und Kensington-Palast zu den Vorwürfen des 38-jährigen Herzogs von Sussex, der inzwischen mit seiner Familie in Kalifornien lebt. Sein Bruder William aber „brenne innerlich“ wegen Harrys Vertrauensbruch, gab die Quelle an. Mit dem Thronfolger geht Harry in dem Buch besonders hart ins Gericht und wirft ihm unter anderem vor, ihn körperlich angegriffen zu haben.

Dem Daily Telegraph sagte Harry derweil, er habe in seinem Buch aus Rücksicht auf seine Familie vieles weggelassen. Es seien Dinge zwischen ihm und seinem Bruder Prinz William sowie seinem Vater König Charles III. vorgefallen, die er der Welt nicht mitteilen wolle, weil „ich nicht glaube, dass sie mir jemals verzeihen würden“. Tatsächlich habe er genug Material, um ein weiteres Buch zu schreiben.

Dem Telegraph sagte Harry, er wolle mit der Veröffentlichung die königliche Familie nicht zugrunde richten. Er habe aber eine „Verantwortung“ gegenüber den Kindern seines Bruders. „Ich weiß, dass von diesen drei Kindern mindestens eines so enden wird wie ich, der Stellvertreter“, sagte er. William habe ihm aber „sehr deutlich zu verstehen gegeben hat, dass seine Kinder nicht meine Verantwortung sind“.

In Großbritannien hat die Popularität von Prinz Harry durch dessen Autobiografie gelitten. Einer aktuellen Umfrage zufolge haben nur noch 24 Prozent der Briten eine positive Meinung zu dem 38-Jährigen – gegenüber 80 Prozent vor zehn Jahren. 68 Prozent der Briten sehen Harry dagegen kritisch.