Prinz Harry, Herzog von Sussex, in einer Szene aus der neuen Doku-Serie „The Me You Can’t See“.  AP

Prinz Harry hat nach eigenen Worten lange mit psychischen Problemen zu kämpfen gehabt. „Wenn die Leute mich fragten: „Wie geht’s dir?“, sagte ich, „Okay“. – „Nie glücklich, nie traurig, einfach nur okay“, sagte der 36-Jährige laut dem Promi-Portal People in einer neuen Doku-Serie. „Okay war die einfache Antwort. Aber mental stand ich völlig neben mir.“ Die Zeit etwa von 28 bis 32 sei der reinste Albtraum für ihn gewesen.

Angstzustände und Panikattacken

Die Serie trägt den Titel „The Me You Can’t See“ („Das Ich, das du nicht siehst“) und wurde von Prinz Harry und US-Moderatorin Oprah Winfrey (67) für den Streaming-Dienst von Apple produziert. Thema der Serie ist psychische Gesundheit. Neben den beiden sind darin auch die Sängerin Lady Gaga und die Schauspielerin Glenn Close zu sehen.

Harry spricht in der Serie laut People auch über seine Angstzustände: „Bevor ich das Haus verließ, lief mir der Schweiß herunter, mein Pulsschlag war … ich war im Kampf- oder Fluchtmodus. Panikattacken, starke Angstgefühle“, sagte Harry.

Prinzessin Diana mit ihren beiden Söhnen William und Harry. Imago Images

Er habe Ärzte, Therapeuten und Alternativ-Therapeuten aufgesucht, sagte Harry laut People weiter. Erst seine heutige Ehefrau Meghan habe die Wende gebracht: „Ich wusste, wenn ich keine Therapie mache und mich wieder in Ordnung bringe, werde ich diese Frau verlieren.“

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„Ich dachte, meine Familie würde mir helfen.“ In dem neuen Interview mit Oprah Winfrey schießt Prinz Harry weiter gegen die Royals. Er enthüllt, dass er über seine verletzte Seele nach dem Tod seiner Mutter, Prinzessin Diana, nicht reden durfte.

Und dass das alles wieder hochkam, als auch seine Ehefrau Meghan durch ein seelisches Tief ging und suizidale Gedanken hatte. Der Herzog von Sussex. „Jede Frage, jeder Wunsch, jede Warnung, was auch immer, wurde mit totalem Schweigen quittiert, es war die totale Vernachlässigung. Wir haben es vier Jahre lang versucht, unseren Job zu machen. Doch für Meghan war es echt schwer.“

Prinz Harry und seine Frau Meghan. Chris Jackson/Press Association/dpa

Die rassistischen Attacken aus der Presse, die seine Frau abbekam, erinnerten Harry an die letzten Tage im Leben seiner Mutter: „Die Geschichte hat sich plötzlich wiederholt. Meine Mutter wurde in ihren Tod gejagt, weil sie mit jemanden eine Beziehung hatte, der nicht weiß war. Und genau so war es wieder, dieselben Leute, das selbe Business-Modell, die selbe Industrie.“ Der Gedanke, eine weitere Frau in seinem Leben zu verlieren, „machte mich wahnsinnig“.

Harry gibt zu, dass er sich nach Dianas Tod hilflos gefühlt hatte, weil er seine Mutter nicht beschützen konnte. Wegen des Verlusts und weil er sich im Buckingham-Palast gefangen fühlte, habe er sich bis in seine 30er mit Alkohol und Drogen betäubt. Erst als er auf Markles Anregung in Therapie ging, „hat das geholfen, den Kreis zu durchbrechen“.

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Bis zuletzt habe die königliche Familie versucht, ihm auszureden, England zu verlassen: „Sie sagten, ‚Das kannst du nicht tun!‘ Und ich habe gesagt ‚Wie schlimm muss es denn noch werden, bis ich gehen darf? Muss Meghan sich erst umbringen?‘“

Der Prinz bereut nur eines im Nachhinein: „Ich hätte schon viel eher reagieren müssen, nachdem ich Meghan in meinem Leben hatte.“