Prinz Harry hat offen über seine Erfahrungen mit Burn-out gesprochen. Adrian Dennis/AFP Pool via PA/dpa

Prinz Harry (37) hat offen über seine Erfahrungen mit Burn-out gesprochen. Er sei „buchstäblich am Ende von allem, was ich hatte, angekommen“, sagte der Queen-Enkel bei einer Veranstaltung in San Francisco. „Jeder Kraftstoff oder Dampf im Kessel“ sei weg gewesen. „Als würde ich eine Kerze an beiden Enden anzünden“, sagte der Royal. Alles um einen herum wirke dann, als arbeite es gegen einen. Das habe ihn gezwungen, in sich hinein zu horchen. Es sei schwer, Zeit für Selbstfürsorge zu finden – aber das sei sehr wichtig. „Selbstfürsorge ist das Erste, was wegfällt. Das gebe ich als Ehemann und Vater gerne offen zu.“

Harry und seine Ehefrau, Herzogin Meghan, hatten vor rund zwei Jahren ihre royalen Pflichten aufgegeben und waren in die USA gezogen. Seitdem haben sie in Interviews immer wieder erheblichen Druck durch royale Konventionen und weltweite öffentliche Beobachtung kritisiert.

Meghan mit dem gemeinsamen Sohn Archie The Duke and Duchess of Sussex/AFP

Prinz Harry spricht über psychische Störungen

Harry hatte im Mai 2021 auch über die Schamgefühle von Angehörigen gesprochen, die die psychischen Probleme ihrer Nächsten zunächst nicht bemerkt haben. „Als Eltern, als Geschwister haben wir, wie ich es kennengelernt habe, ein Element der Scham, das wir empfinden, weil wir sagen: ‚Wie konnten wir es nicht gesehen haben?‘“, sagte der Queen-Enkel in der Fortsetzung der Doku-Serie „The Me You Can’t See“ („Das Ich, das Du nicht siehst“), die er gemeinsam mit US-Moderatorin Oprah Winfrey (67) produziert.

Harry sagte, man stelle sich zwar Fragen: „Wie konnten wir das nicht mitbekommen? Warum hast du dich nicht getraut, zu mir zu kommen und dies mit mir zu teilen?“ Doch „wir sind hervorragend darin, alles zu vertuschen“, wenn Menschen leiden und mit sich kämpfen, sagte Harry.

Als er und seine Frau Meghan unter dem Druck der Aufmerksamkeit durch die Boulevardmedien standen, habe er von den Royals nichts als „Schweigen und Gleichgültigkeit“ erfahren, sagte Harry bereits in einer Doku-Serie des Streamingdiensts Apple TV.

Queen Elizabeth II., Herzogin Meghan und Prinz Harry auf dem Balkon des Buckingham-Palastes. Matt Dunham/AP

Meghan habe unter sehr konkreten Suizidgedanken gelitten und sich nur aus Sorge um ihn nichts angetan, sagte Harry. „Was sie davon abhielt, war, wie unfair das gegenüber mir sein würde, nach all dem, was mit meiner Mutter geschehen ist und nun in eine Situation geworfen zu sein, eine weitere Frau in meinem Leben zu verlieren mit einem Baby in ihr“, so Harry im Gespräch mit US-Talkshowlegende Oprah Winfrey. Harrys Mutter Prinzessin Diana starb 1997 bei einem Autounfall in Paris auf der Flucht vor Paparazzi.

Einer der wichtigsten Gründe, sich vom engeren Kreis des Königshauses loszusagen und seinen Lebensmittelpunkt in die USA zu verlegen, sei gewesen, dass er sich gefangen und kontrolliert von Angst gefühlt habe, fuhr Harry fort. Das sei sowohl von den Medien als auch vom Palast ausgegangen: „Ich werde mich sicherlich nicht mehr zum Schweigen bringen lassen“, fügte er hinzu.