Der Thronfolger mit seiner Frau bei der Landung in Kanada IMAGO / ZUMA Press

So ziemlich jedes Land der westlichen Welt hat irgendwann in der Vergangenheit Gräueltaten begangen. Doch immer mehr Länder fangen an, sich dieser Vergangenheit zu stellen. Sie beginnen, sich Fehler einzugestehen und wollen aus ihnen lernen.

Prinz Charles fordert Aufarbeitung

Auch in Großbritannien, das als Kolonialmacht quasi auf dem ganzen Planeten für Angst, Schrecken und Unterdrückung sorgte, beginnt nun langsam ein Umdenken. Auch der britische Thronfolger Prinz Charles will nun aus Fehlern lernen. Das stellte er klar, als er stellvertretend für die Königin Kanada besuchte.

Es ist gerade mal ein Jahr her, seit hunderte Leichen von Kindern in der Nähe von katholischen Internaten entdeckt wurden. Solche Massengräber sind ein Beweis für die Grausamkeit, die während der Kolonialzeit indigenen Bevölkerungsgruppen angetan wurden.

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Prinz Charles spricht mit einem Überlebendem des Schulsystems in Stöhnst IMAGO / ZUMA Press

Deswegen fordern Charles und seine Frau Camilla, dass sich die Kanadische Bevölkerung ihrer Vergangenheit stellt und versucht, ihre Beziehung zu indigenen Gruppen aufzuarbeiten. „Wir müssen als Volk, das einen Planeten teilt, neue Wege finden, um uns mit den dunkleren und schwierigeren Aspekten der Vergangenheit auseinanderzusetzen“, meint der 73-Jährige Thronfolger zu Beginn seiner dreitägigen Reise durch den kalten Norden.

Die Taten Kanadas wurden als Genozid anerkannt

Über 150.000 Kinder wurden zwischen dem späten 19. Jahrhundert und den 90ern ihren Familien entrissen und in Katholische Schulen gesteckt, wo sie unter anderem misshandelt, unterernährt und umerzogen wurden. Die derzeitige Regierung erkannte dies an und entschuldigte sich 2008 für diese Taten.

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Bereits vor dem Flug der Königsfamilie nach Kanada ernteten sie Kritik von Protestanten, die eine Entschuldigung für die Unterdrückung von Minderheiten forderten. Auch wurden andere Reisen der Familie kritisiert, man fordert weiterhin Buße für zum Beispiel Sklaverei in der Karibik. Es gibt für die Royal Family also noch viel zu tun, um die alten Wunden heilen zu lassen.