So soll es aussehen: Die Solarmodule befinden sich zwischen den Schienen.
So soll es aussehen: Die Solarmodule befinden sich zwischen den Schienen. Bankset Energy

Die Deutsche Bahn hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2040 klimaneutral zu werden. Aktuell liegt der Ökostrom-Anteil des Unternehmens dank mehrerer Solarparks bei 62 Prozent, bis 2030 sollen es 80 Prozent sein. Um das zu erreichen, will man nun offenbar auch ungewöhnliche Wege beschreiten. Die versprechen aber großes Potenzial!

Deutsche Bahn: Jetzt laufen Tests mit Solarmodulen im Gleis

Neben mehreren Solarparks hat die Bahn auch viele Dächer ihrer Werkstätten, Bahnhöfe und Lagerhallen mit Solaranlagen ausgestattet. Doch ein neues Projekt könnte nun ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Zusammen mit dem britischen Unternehmen Bankset will die Bahn den Raum zwischen den Schienen mit Solarmodulen besetzen. Erste Tests laufen bereits.

Laut dem Portal Netzwelt bestätigte eine Bahnsprecherin, dass auf dem DB-Testfeld bei der Erzgebirgsbahn in Sachsen Solarmodule auf Bahnschwellen getestet werden. „Auf dem Testfeld stellt die DB Unternehmen Gleise und Anlagen für die Erprobung innovativer Produkte zur Verfügung“, heißt es. „Die Tests finden zunächst unabhängig davon statt, ob die DB die Technologie selbst in ihrem Streckennetz nutzen wird.“

Das britische Unternehmen ist überzeugt vom Erfolg der Tests und rechnet vor, wie groß das Potenzial der Solarzellen im Gleis sein könnte: Demnach sollen pro Kilometer Bahnstrecke 100 Kilowatt Strom erzeugt werden. Hochgerechnet auf das mehr als 60.000 Kilometer lange DB-Schienennetz wäre das vergleichbar mit der Leistung von fünf Atomkraftwerken.

Solarmodule in den Bahngleisen als Gamechanger?

Doch bis zur Umsetzung dürfte noch einige Zeit ins Land gehen, denn auch wenn sie revolutionär klingt, ganz neu ist die Idee der Solarzellen im Schienenzwischenraum nicht. Eine breite Umsetzung scheiterte in der Vergangenheit auch daran, dass nicht ganz klar ist, wie sehr die darüberfahrenden Züge den Solarpaneelen zusetzen. Auch das soll nun in Sachsen getestet werden.

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Denn eines steht fest: Ideal scheint der Platz zwischen den Schienen, allein schon weil der Raum ohnehin bereits vom Menschen genutzt, regelmäßig gewartet und frei von Bäumen und Buschwerk gehalten wird. Für die Energiewende in Deutschland und im Speziellen der Bahn, die sich bereits als „größten Ökostromverbraucher in Deutschland“ bezeichnet, könnte diese Technologie eine große Chance sein. Sie muss sich nur bewähren.