25 Millionen Nutzer besuchen am Tag die Porno-Seite „xHamster“. dpa/Annette Riedl

Weltweit besuchen 25 Millionen Menschen am Tag die Porno-Seite „xHamster“, in Deutschland wird eines der reichweitenstärksten Pornoportale  jetzt gesperrt. Das hat die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) einstimmig entschieden.

Auf der Seite seien pornografische Angebote abrufbar, ohne dass sichergestellt sei, dass Kinder und Jugendliche keinen Zugang dazu erhielten, teilte die KJM am Donnerstag in Berlin mit. Dies verstoße gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) und sei damit gesetzeswidrig. Daher müssen nun die fünf größten deutschen Internetanbieter den Abruf der Seite „de.xhamster.com“ blockieren.

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Die Landesmedienanstalten, die gemäß dem Sitz der Anbieter zuständig sind, die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM), die Landesanstalt für Medien NRW (LFM NRW), die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) sowie die Medienanstalt Rheinland-Pfalz, haben den Angaben zufolge entsprechende Bescheide zugestellt.

„‚Wir schützen Kinder, nicht das Geschäftsmodell der Pornoindustrie‘“

Nach einer Entscheidung der KJM vom März 2020 hatte die zuständige Landesanstalt für Medien NRW den Anbieter von „xHamster,“ das Unternehmen Hammy Media Ltd., bereits aufgefordert, die Seite gesetzeskonform zu gestalten und eine Altersüberprüfung vorzunehmen. Pornografische Angebote im Internet dürfen laut Jugendmedienschutz-Staatsvertrag nur einer geschlossenen Benutzergruppe zugänglich gemacht werden. Anbieter müssten sicherstellen, dass sie nur von Erwachsenen genutzt werden.

Marc J. Eumann, Vorsitzender der KJM, sagte zu dem Beschluss: „Unser gesetzlicher Auftrag ist es, Kinder und Jugendliche vor Inhalten zu schützen, die nicht ihrem Entwicklungsstand entsprechen.“ Pornografie stelle eine erhebliche Gefahr für ihre seelische und sexuelle Entwicklung dar.

Ein Porno-Angebot für Erwachsene sei so lange kein Problem, wie technische Schutzvorkehrungen die gesetzlichen Standards zum Schutz von Kindern und Jugendlichen sicherstellten. „Da xHamster das nicht tut, greifen wir als letztes Mittel auf Sperrverfügungen zurück. Wir schützen Kinder, nicht das Geschäftsmodell der Pornoindustrie.“

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Die Kommission für Jugendmedienschutz ist ein Organ der Landesmedienanstalten und ein Expertengremium aus Vertretern und Vertreterinnen von Bund, Ländern und Landesmedienanstalten. In Deutschland ist die KJM die zentrale Aufsichtsstelle für den Kinder- und Jugendschutz im privaten Rundfunk und Internet.