Galina Fedorova war ein gefragtes Model. Mehrfach zierte sie in sexy Posen die Titelseiten von Magazinen wie „Playboy“ oder „Penthouse“. Zuletzt weilte sie auf der italienischen Insel Sardinien zum Sommerurlaub. Doch in der vergangenen Woche kam die 35-Jährige nicht von einem Bootsausflug zurück. Ihre nackte Leiche wurde vor der Küste der Insel entdeckt. Viele Fragen sind offen. 

Enrico Lusso, leitender Ermittler der Staatsanwaltschaft in der Inselhauptstadt Cagliari, sagte, dass Fedorova nach ersten Erkenntnissen ertrunken sei. Das Model war zusammen mit dem russisch-britischen Fotografen Gerenius Tavarov zu einem Schlauchboot-Ausflug aufgebrochen. Dabei seien sie ins Meer gesprungen, um sich abzukühlen, berichtete Tavarov der Tageszeitung „L'Unione Sarda“. Doch dann habe sich der Anker gelöst und das Schlauchboot sei abgetrieben. Dem Fotografen gelang es nach eigenen Angaben, ans Ufer zu schwimmen, Fedorova hingegen blieb zurück.

Doch die Staatsanwaltschaft hat Zweifel an der Version Tavarovs, wie der „Corriere della Sera“ schreibt. So wies das Schlauchboot Spuren eines Aufpralls auf, die möglicherweise von einem Zusammenstoß mit einem Riff oder einem anderen Boot stammen könnten. Experten sollen nun klären, ob  es sich um eine Kollision bei hoher Geschwindigkeit gehandelt habe. Laut dem Medienbericht wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Von einem Unfall bis hin zu einem Verbrechen sei laut dem Blatt alles möglich.

Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte Handys, einen Fotoapparat, einen Laptop und eine Drohne, die sich im Boot befanden. Auch mehrere Flaschen hochprozentigen Alkohols wurden laut Lussu gefunden. Ob Fedorova betrunken gewesen war, soll ein toxikologisches Gutachten klären.

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Weitere Fragen wirft der Fall aufgrund des Fundortes der Leiche auf, wie der „Corriere“ weiter schreibt. Denn an der Küste gibt es eine rund 7000 Hektar große Militärbasis, die Nato-Truppen zu Landeübungen und Kriegssimulationen dient. Aufgrund der russischen Herkunft des Models und des Fotografen und der Tatsache, dass die beiden eine Drohne dabei hatten, wollen Justiz und Sicherheitsdienste offenbar auch dem Verdacht der Spionage nachgehen, schreibt das Blatt.