Ein harter Lockdown mit leeren Innenstädten hat im Frühjahr zum Brechen der ersten Corona-Welle geführt. Foto: dpa/Jens Büttner

Viele Mittel bleiben der Bundesregierung nach dem ab Mittwoch geltenden harten Lockdown nicht mehr, um die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland zu verlangsamen. Doch Dirk Brockmann, Physiker und Spezialist für computergestützte Epidemiologie, ist zuversichtlich, dass es auch keine weiteren Maßnahmen brauche - und hat dafür Zahlen.

Der neu verhängte harte Lockdown führe dazu, „dass die Kontakte sich noch einmal substanziell verringern und dann die Fallzahlen auch schnell wieder in den Keller gehen“, sagte er am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Dies sei nötig, um die Kontaktnachverfolgung wieder möglich zu machen. „Wir müssen aus dem Flächenbrand wieder einen Schwelbrand machen“, betonte er.

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Der Physiker der Berliner Humboldt-Universität erstellt Modellrechnungen, wie Pandemien sich entwickeln. Der weiche Lockdown habe demnach dabei geholfen, aus dem exponentiellen Wachstum herauszukommen. 40 Prozent der Kontakte seien dadurch reduziert worden. Im Frühjahr seien es hingegen 60 Prozent gewesen. Als Antwort auf die zweite Welle forderte Brockmann deshalb, mehr zu tun. „Wir müssen noch mal 20 Prozent etwa drauflegen, und dann liegt es in der Mechanik dieser Situation, dass dann die Fallzahlen auch runtergehen werden“, so Brockmann. Dies zeige auch der Blick auf andere Länder, in denen die zweiten Wellen in den Griff bekommen worden seien.

Kontakte würden zwar auch im harten Lockdown stattfinden, auch im Privaten auf engem Raum, wo Ansteckungsrisiken höher sind. Aber einzelne Cluster seien dem Physiker zufolge nicht mehr untereinander verbunden - „wie Inseln, zwischen denen keiner mehr reist.“ Ein „diffusives“ Ausbreitungsgeschehen könne so nicht mehr stattfinden.