Forscher haben nach eigenen Angaben erstmals beobachtet, wie ein Schwarzes Loch einen Neutronenstern verschlingt.  Foto: dpa

Ein deutscher Forscher erhält in diesem Jahr den Nobelpreis für Physik. Zusammen mit der US-Astronomin Andrea Ghez wird er für die Entdeckung supermassereicher kompakter Objekte im Zentrum der Milchstraße ausgezeichnet. Die beiden teilen sich eine Hälfte des Preises, der in diesem Jahr mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 950.000 Euro) dotiert ist. Die andere Hälfte erhält der Brite Roger Penrose für seine Entdeckung der Schwarzen Löcher.

Reinhard Genzel (Jahrgang 1952) forscht am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München. Durch langjährige Beobachtungen der Bahnen von Sternen nahe Sagittarius A* am La-Silla-Observatorium und später am Very Large Telescope gelang ihm der Nachweis, dass sich im Zentrum der Milchstraße ein supermassives Schwarzes Loch von etwa 4,3 Millionen Sonnenmassen befindet. Unabhängig wiesen dies auch Astronomen um Andrea Ghez am Keck-Observatorium nach.

Im vergangenen Jahr hatte James Peebles (Kanada/USA) für seine grundlegenden Erkenntnisse zur Entwicklung des Universums die eine Hälfte des Physik-Nobelpreises erhalten. Die andere ging an Michel Mayor und Didier Queloz (beide Schweiz), die den ersten Exoplaneten entdeckt hatten, der um einen sonnenähnlichen Stern kreist.

Den ersten Physik-Nobelpreis hatte 1901 der deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen für die Entdeckung der nach ihm benannten Röntgenstrahlen erhalten. Seitdem wurden 212 weitere Persönlichkeiten in der Kategorie ausgezeichnet. Häufig gehen die wissenschaftlichen Auszeichnungen an mehrere Preisträger gleichzeitig, die entweder gemeinsam oder zum selben Fachgebiet geforscht haben.

Die Woche der Nobelpreis-Verkündungen hatte am Montag mit der Bekanntgabe der Preisträger in der Kategorie Medizin begonnen. Den Preis teilen sich diesmal Harvey J. Alter (USA), Michael Houghton (Großbritannien) und Charles M. Rice (USA), die für die Entdeckung des Hepatitis-C-Virus ausgezeichnet werden. Die Preisverleihungen am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel, fallen coronabedingt diesmal deutlich kleiner aus als sonst.