Bei einem Seilbahn-Absturz am Lago Maggiore in Italien sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. (Symbolbild) IMAGO / Joana Kruse

Was für ein Drama am Pfingst-Sonntag. Während Touristen bei schönstem Wetter die ersten Corona-Lockerungen genießen, passiert am Lago Maggiore in Italien das Unglück: Bei einem Seilbahn-Absturz kommen 14 Menschen ums Leben.

Nur etwa 100 Meter vor Ankunft am Berg Mottarone stürzte eine Kabine der Seilbahn an einem der höchsten Punkte in die Tiefe. An deren Bord befanden sich zum Unglückszeitpunkt auch zwei Kinder. Sie wurden der Bergwacht zufolge mit Rettungshubschraubern in eine Klinik in Turin im Piemont geflogen, wo eines von ihnen noch am Abend starb.

Am Montag bestätigte das israelische Außenministerium den Tod von fünf Staatsbürgern. Es handele sich um Mitglieder einer Familie, teilte die Behörde in Jerusalem mit. Getötet wurden bei dem Unglück demnach ein Ehepaar und ihr zweijähriger Sohn, die in Italien lebten und arbeiteten. Gestorben seien zudem die Großeltern der Frau, die zu Besuch in Italien waren.

Hubschrauber bergen Verletzt nach Seilbahn-Absturz am Lago Maggiore

Ein fünfjähriger Sohn des Paares sei schwer verletzt worden und werde in einem Krankenhaus behandelt. Er habe schwere Frakturen an den Beinen erlitten und sei am Sonntagabend operiert und stabilisiert worden, berichtete die Agentur Adnkronos. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes lagen zunächst keine Erkenntnisse zu deutschen Opfern vor.

Uncredited/Soccorso Alpino e Speleologico Piemontese/dpa
Retter arbeiten am Wrack einer Gondel, die in der Nähe des Gipfels der Stresa-Mottarone-Linie in der Region Piemont, Norditalien, abstürzt war. 

Ein Foto der Feuerwehr zeigt die abgestürzte Kabine in einem Waldstück. Die örtlichen Behörden reagierten sofort, schlossen alle Straßen zum Mottarone-Berg auf einer Höhe von etwa 1.420 Metern, um die Bergungsarbeiten zu erleichtern. Wegen der schwierigen Straßenverhältnisse, kippte ein Feuerwehrauto auf dem Weg zum Unglückort um, berichtet die Zeitung „La Stampa“. Die Kabine war auf einer bewaldeten und unzugänglichen Strecke abgestürzt, wo Rettungsaktionen umso komplizierter sind.

Die Aufnahme der Feuerwehr zeigt eine abgestürzte Gondel, die in einem Waldstück liegt.  Vigili del Fuoco/dpa

Erst seit Samstag dürfen in Italien die Seilbahnen wieder nach Monaten der Schließung wegen der Corona-Pandemie ihren Betrieb für Ausflügler aufnehmen. Das hatte die Regierung kürzlich beschlossen. Italien will schrittweise die Corona-Beschränkungen lockern. Die Seilbahn-Strecke, auf der das Unglück passierte, verbindet die Seeortschaft Stresa mit dem Mottarone-Berg und fährt im 20-Minuten-Takt. Wegen des schönen Wetters waren unzählige Touristen am Unglücksort unterwegs.

Seilbahn am Lago Maggiore wurde vor Absturz generalüberholt

2014 war die Seilbahn für eine Generalüberholung zwei Jahre geschlossen worden. Die Arbeiten kosteten 4 Millionen Euro, für die unter anderem die Motoren ausgetauscht sowie Schalttafeln, elektronischen Geräten und Transformatoren erneuert wurden. Am 13. August 2016 wurde die Seilbahn wieder eingeweiht.  Nur fünf Jahre später kam es jetzt zu diesem Unglück. Der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge wurde der Absturz der Kabine vermutlich durch einen Kabelriss im obersten Bereich der Strecke verursacht.

Uncredited/Italian Police/AP/dpa
14 Menschen sind nach Angaben von Rettungskräften bei dem Seilbahnunglück ums Leben gekommen.