Dutzende seiner Anhänger kamen der Aufforderung des Pastors nach und warfen Bücher wie „Harry Potter“ und „Twilight“, Disney-Artikel und Tarotkarten ins Feuer. Youtube

Ein Pastor in Tennessee (USA) macht Schlagzeilen, weil er einen Kreuzzug gegen „Hexen“ und „Zauberer“ führt. Nach einer Predigt errichtete seine Pfingstkirchen-Gemeinde einen Scheiterhaufen auf einem Hügel neben der Kirche im Nashville-Vorort Mount Juliet. Um dann „Harry Potter“-Bücher zu verbrennen.

Pastor Greg Locke predigt und fühlt sich von Gott persönlich berufen. Youtube

Bei seiner auf YouTube gestreamten Predigt hatte Locke behauptet, dass Gott ihm persönlich aufgetragen habe, seinen Gemeindemitgliedern Kommunion zu verweigern.

Seine Begründung: „Ich kann nicht mit euch Jesus am Tisch unseres Herren preisen, wenn sich unter uns Anhänger von dämonischer Literatur und schwarzer Magie befinden. Wir nehmen uns heute das biblische Recht, okkultische Materialien, die unsere religiösen Rechte, Freiheiten und unser Glaubenssystem bedrohen, zu verbrennen.“

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Dann führte er seine Gemeinde zum brennenden Scheiterhaufen

Dann führte er seine Gemeindemitglieder hinaus zu einem brennenden Scheiterhaufen, in den alle ihre „verbotenen Werke“ hineinwarfen. Außer „Harry Potter“-Bücher flogen auch  „Twilight“-Romane in die Flammen. Locke wedelte dazu mit den Armen und predigte laut: „Ich mache jetzt ernst mit den Hexen … Ich spiele nicht mit Dämonen herum!“

Locke und seine Kirche hatten während des Lockdowns bereits Schlagzeilen gemacht. Der fanatische Kirchenmann und Trump-Fan hatte öffentlich gepredigt, dass es keine Pandemie gäbe. Er nannte Tennessees Gouverneur sogar einen Feigling, weil der die Nationalgarde mobilisiert hatte, in den völlig überfüllten und überforderten Notaufnahmen der Krankenhäuser auszuhelfen.

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Die Bücherverbrennung ereignete sich wenige Tage, nachdem ein Schulbezirk in Tennessee die weltberühmte Graphic Novel „Maus“ aus Schulbibliotheken verbannt hatte. Der Schulbezirk McMinn hatte die Entfernung der Graphic Novel aus den Schulbibliotheken am 10. Januar beschlossen und dabei außer auf Schimpfwörter wie „verdammt“ oder „Schlampe“ auch auf eine „Nacktszene“ verwiesen.

Das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Werk des Autors Art Spiegelman behandelt das Überleben seines Vaters im NS-Vernichtungslager Auschwitz. Es wird seit Jahrzehnten weltweit im Geschichtsunterricht eingesetzt.