Pablo Escobar war einer der größten Drogenbarone in der Geschichte der Menschheit. Foto: Colombian National Police

Man muss nur den richtigen Onkel haben, dann kann man auch 18 Millionen in einer eingemauerten Plastiktüte finden. Das behauptet zumindest Nicolás Escobar – Neffe des legendären Drogenbarons – gegenüber kolumbianischen Medien. Er sagt: Ihn habe eine Vision zu dem Schatz geführt.

Pablo Escobar ist noch heute weit über seine kolumbianische Heimat berühmt. Es gibt Menschen, die ihn verehren, weil er sie oder ihre Verwandten mit krummen Geschäften aus der Armut geführt hat, es gibt Touristen, die es spannend finden, auf seinen Spuren zu wandeln, und es gibt die, die Escobar verabscheuen, weil er Gewalt und Angst über Kolumbien gebracht hat. Sicher ist: Escobar hat ein unfassbares Vermögen angehäuft. Von 50 Milliarden Dollar ist die Rede. Zu Spitzenzeiten war der Drogenbaron der siebtreichste Mensch der Welt. Immer wieder ließ er dabei auch Geld verschwinden. Einen Teil will sein Neffe Nicolás nun entdeckt haben.

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Dem kolumbianischen Sender „Red+ Noticias“ sagte Nicolas Escobar, der nach eigenen Angaben seit fünf Jahren in einem Appartement seines berühmten Onkels in Medellin wohnt, dass er die Plastiktüte mit dem Geld eingemauert in der Hauswand gefunden hat. Auf die Spur des Schatzes kam er demnach durch eine Vision. „Jedes Mal, wenn ich im Esszimmer saß und zum Parkplatz schaute, sah ich einen Mann, der vor der Wand entlangging und verschwand“, sagte er dem Sender. Wenn er selbst an der Wand vorbeiging, habe es zudem merkwürdig gerochen.

Pablo Escobar und sein Sohn Sebastián Marroquín im Jahr 1980. Foto: pa/obs/arte / Privatarchiv Sebastián Marroquín

Neben dem Geld, das laut Nicolás Escobar schon größtenteils vermodert gewesen und daher nichts mehr wert gewesen sei, befanden sich in der Plastiktüte ein goldener Kugelschreiber, mehrere Satellitentelefone, eine Schreibmaschine und eine Kamera. Über deren Zustand machte der Neffe des Drogenbarons, dessen Onkel die Angewohnheit hatte, in seinen Häusern Geld zu verstecken, keine Angaben. Dafür sprach er in dem Interview darüber, dass er seinen zwielichtigen Onkel bei vielen Gelegenheiten begleitet habe und sogar einmal von Menschen, die nach dem Aufenthaltsort Escobars suchten, entführt und sieben Stunden lang gefoltert worden sei.

Pablo Escobar kontrollierte als Oberhaupt des Medellin-Kartells über viele Jahre den weltweiten Kokainhandel und ging mit viel Gewalt gegen seine Gegner vor. Er soll für rund 4000 Todesopfer verantwortlich sein. Am 2. Dezember 1993 wurde er von Soldaten einer amerikanisch-kolumbianischen Spezialeinheit getötet. An seiner Beerdigung nahmen mehr als 20.000 Menschen teil.