DJs beschallen die Lagerhalle in Lieuron in der Bretagne. Foto: APF/Jean-Francois Monier

Eigentlich herrscht in Frankreich aktuell aufgrund der Corona-Pandemie eine Ausgangssperre, doch seit dem Silvesterabend tanzten rund 2500 Menschen bei einem Rave in einem Lagerhaus in dem Ort Lieuron bei Rennes in der Bretagne – ohne dabei die Hygieneregeln einzuhalten. Ein Versuch der Polizei, die Veranstaltung aufzulösen, scheiterte am Widerstand der Partygänger – erst am Samstagmorgen wurde die Musik abgedreht.

Eine Lagerhalle im französischen Lieuron wurde zu einem Festival-Gelände umfunktioniert. Foto: APF/Jean-Francois Monier

Es war ein gut organisierter Rave, wie die BBC berichtet. Die Musik sei hochwertig und es habe Essensstände im Inneren der Lagerhalle gegeben. Und auch die Werbung im Vorfeld muss gut funktioniert haben, denn die Besucher kamen nicht nur aus der Region, sondern aus ganz Frankreich. Zudem sollen auch Besucher aus Spanien und England mit auf dem Festival getanzt haben. Doch an die Corona-Regeln wie Maskenpflicht und Abstände hielt sich laut Zeugenberichten kaum jemand. 

Bereits in der Silvesternacht habe die Polizei daher die Veranstaltung auflösen wollen – scheiterte jedoch an der Feierwut der Raver. Nach Angaben der französischen Polizei sollen die Feiernden die Beamten mit Gegenständen beworfen und ein Polizeiauto in Brand gesteckt haben. Man sei „heftig angefeindet worden“, klagte die Polizei in einer Mitteilung.

Ein Polizei-Van wurde abgefackelt und anschließend angesprüht. Foto: APF/Jean-Francois Monier

Viele Partygäste waren demnach alkoholisiert oder standen unter dem Einfluss von Drogen. Um die Hygienesituation in der Lagerhalle zu verbessern, verteilten Helfer Desinfektionsgel und Masken. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie bereits 200 Personen mündlich verwarnt. 

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Die Party ging jedoch weiter. Den Beamten gelang es lediglich, weitere Besucher davon abzuhalten, ebenfalls auf das Festivalgelände vorzudringen. Erst am Samstagmorgen, nachdem am Freitagabend Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin ein Treffen einberief, um die Situation vor Ort zu besprechen, konnte die Veranstaltung aufgelöst werden. Die Veranstalter schalteten die Musik ab und fuhren die Technik vom Festivalgelände.

Eine Raverin mit Panda-Mütze sitzt in ihrem zum Schlafzimmer umgewidmeten Van. Foto: APF/Jean-Francois Monier

Dabei hatten viele Partygäste offenbar auf einen längeren Rave gehofft, wie die BBC berichtet. Einige hatten sogar gehofft, bis Dienstag durchtanzen zu können. Stattdessen wurden die allermeisten von ihnen bei der Abreise von Polizisten kontrolliert und ihre Personalien aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.