Bei Infizierten mit der britischen Virus-Variante ist Husten öfter ein Symptom als zuvor.

Seit Dezember ist sie auf ihrem Vormarsch durch Europa: Die erstmals in Großbritannien aufgetauchte Corona-Mutation B.1.1.7. Studien belegen, dass sie rund 30 bis 70 Prozent ansteckender ist, als die bisher in Europa verbreiteten Varianten. Noch ist unklar, ob die neue Virus-Variante auch tödlicher ist. Großbritanniens Premierminister bezog sich jüngst auf eine Studie, die genau das nahelegte und bekam Gegenwind von Wissenschaftlern. Was die Symptome angeht, scheint sich die Mutation aber offenbar tatsächlich von dem zu unterscheiden, was wir kennen. Das zeigen neue Zahlen aus Großbritannien.

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Laut dem Amt für nationale Statistik in Großbritannien, ist der Anteil der symptomatischen Infektionen mit der B1.1.7-Mutation mit 52,92 Prozent aller Patienten höher als bei den Menschen, die sich mit anderen Varianten angesteckt haben (47,7 Prozent). 

Interessant ist dabei auch ein Blick auf die einzelnen Symptome. Während Geschmacks- und Geruchsverlust bisher als klarer Hinweis auf eine Infektion mit dem Coronavirus galten, ist der Anteil der Mutations-Infizierten, die über dieses Symptom klagen, deutlich kleiner. Stattdessen leiden die Infizierten in Großbritannien viel häufiger unter Husten, Halsschmerzen, Müdigkeit und Muskelschmerzen. Auch Fieber, Kurzatmigkeit und Durchfall kommen laut der Statistik bei der Corona-Mutation häufiger vor. Zahlen aus Deutschland gibt es noch nicht. 

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Office for National Statistics

Die Lockdown-Verlängerungen in Deutschland hängen auch mit der britischen Corona-Mutante zusammen. Es müsse das Ziel sein, die Ausbreitung zu verzögern, sagte die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek dem NDR. Man müsse die Ausbreitung verlangsamen, bis alle geimpft seien. Das könne allerdings nur mit einer europaweiten Anstrengung gelingen, warnt die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Main. „Weil wir nicht isoliert auf einer Insel leben.“

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Neben der britischen Corona-Mutation sind derzeit noch Varianten aus Südafrika und Brasilien nachgewiesen worden. Sie sind aber aktuell kaum verbreitet. Aktuell sind laut Ciesek alle Fälle importiert. Von Folgeansteckungen innerhalb Deutschlands ist nichts bekannt.