Hier darf offenbar noch geraucht werden: Zwei Nordkoreaner beim Angeln.  Foto: imago images/Hans Lucas

Nordkorea verschärft per Gesetz die Kontrolle des Tabakkonsums im Land. Das Tabakverbotsgesetz verbietet das Rauchen unter anderem an „Plätzen für politische und ideologische Erziehung“, öffentlichen Orten einschließlich Theater und Kinos sowie öffentlichen Gesundheitseinrichtungen, wie die Staatsmedien am Donnerstag berichteten. Die Oberste Volksversammlung – Nordkoreas Parlament – billigte demnach am Mittwoch in Pjöngjang ein Dekret zur Verabschiedung des Gesetzes.

Lesen Sie auch: Raucherecke und Co.: Rauchen am Arbeitsplatz: Sind E-Zigaretten erlaubt? >>

Ziel ist es den Berichten zufolge, das Leben und die Gesundheit der Nordkoreaner durch eine „verschärfte legale und soziale Kontrolle der Produktion und des Verkaufs von Zigaretten sowie des Rauchens“ zu schützen. Bei Missachtung der Vorschriften drohen demnach Strafen.

Unklar war nach Angaben des Vereinigungsministeriums in Südkorea zunächst, ob das Gesetz zur Tabakkontrolle im weithin abgeschotteten Nachbarland vollkommen neu formuliert ist oder eine Änderung der entsprechenden Bestimmungen von 2005 ist. Das müsse noch untersucht werden, sagte eine Sprecherin. Das Gesetz von 2005, das 2016 geändert wurde, sieht unter anderem bereits Rauchverbotszonen an öffentlichen Orten und weitere Kontrollmaßnahmen vor.

Mehr aktuelle Nachrichten und Geschichten aus dem Ressort Panorama finden Sie hier >>

Nordkorea weist einen hohen Zigarettenverbrauch unter Männern auf. Laut einem WHO-Bericht über die „globale Tabak-Epidemie“ von 2019 lag der Anteil der Männer über 15 Jahre in Nordkorea, die Tabakprodukte konsumieren, im Jahr 2017 bei 46,1 Prozent. 40,3 Prozent der Männer rauchten Zigaretten. Auch Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un gilt als starker Raucher. Südkoreas Medien stellten sich die Frage angesichts der verschärften Kontrollen, ob sich Kim von seinen Rauchgewohnheiten verabschieden wolle.