Nach einer Treibjagd. Wildschweine sollen nun noch stärker bejagt werden. Foto: imago images/Marius Schwarz

Berlin - Nach dem Bekanntwerden der ersten Fälle von Afrikanischer Schweinepest in Deutschland hat nun der  Deutsche Jagdverband (DJV) erste Hochrechnungen zur Wildschweinjagd vorgelegt. Aus der vorläufigen Jagdstatistik geht hervor, dass die Jäger bundesweit etwa 856.000 Wildschweine im vergangenen Jagdjahr erlegt haben, also vom 1. April 2019 bis zum 31. März 2020. Nach Angaben des Verbandes ist dies der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen vor fast 100 Jahren. Die endgültigen Zahlen würden aber erst im Dezember vorliegen.

Dieser Allzeitrekord stellt auch eine deutliche Erhöhung gegenüber dem Jagdjahr davor dar: Die Steigerung liegt bei etwa 45 Prozent. Der bislang höchste Wert wurde in der Saison 2017/18 erzielt - mit etwa 838.000 erlegten Wildschweinen. In Bezug auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Deutschland sagte Verbandspräsident Volker Böhning: „Wir Jäger leisten einen erheblichen Beitrag, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.“

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Ohne Jagd könnten Wildschweine ihre Population jedes Jahr mehr als verdreifachen. Nach Auffassung der Jäger sei es nun wichtig, insbesondere junge Wildschweine weiterhin intensiv zu bejagen, da sie maßgeblich zur Fortpflanzung beitragen.

Seit Donnerstag vergangener Woche gilt Deutschland nicht mehr als ASP-frei: An diesem Tag wurde die erste Wildsau in Südbrandenburg gefunden, die an der für Wildschweine immer tödlich verlaufenden Krankheit gestorben ist. Inzwischen sind in Brandenburg sieben Fälle nachgewiesen.

Die Krankheit ist für Menschen ungefährlich, selbst wenn sie Fleisch von infizierten Schweinen essen würden. Aber wenn die Krankheit in einen Stall mit Hausschweinen übertragen wird, müssten die alle getötet werden. Schon jetzt, nach den ASP-Fällen, gibt es schwere Exporteinbußen für die heimische Schweinefleischwirtschaft, weil vor allem asiatische Länder die Einfuhr gestoppt haben.