Schnelltest an einer Corona-Teststelle: Bei PCR-Tests wird der Omikron-Untertyp BA.2 oft nicht richtig erkannt. dpa/Sebastian Gollnow

Ist es ein letztes Aufbäumen der Pandemie oder geht der Corona-Schrecken von vorne los? Die Omikron-Zahlen in Berlin und anderen Teilen Deutschlands gehen durch die Decke, während sie in Ländern wie Großbritannien wieder sinken. Im Februar könnte die Pandemie endlich hinter uns liegen, oder kommt uns eine neue Virusvariante in die Quere?

Nun machen Nachrichten zu einer neuen Virusvariante die Runde, die offenbar noch ansteckender ist als die derzeit dominante Omikron-Variante. Virologen klassifizieren die Mutante allerdings als Untertyp von Omikron: Durch zehn Mutanten unterscheidet sich der neue Typ von dem verbreiteten Omikron-Erreger. Eine Eigenschaft macht Corona-Experten Sorge. Die BA.2 genannte Subvariante soll doppelt so ansteckend sein als die bereits extrem leicht übertragbare Omikron-Variante.

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Innerhalb von wenigen Wochen von 20 auf 65 Prozent gestiegen: Wie gefährlich ist die Omikron-Variante BA.2?

Erste Fälle in Deutschland seien bereits aufgetaucht: Von 38 Fällen spricht das Robert-Koch-Institut (RKI). Das klingt zunächst nicht besorgniserregend. Doch BA.2 wurde inzwischen bereits in 57 Ländern nachgewiesen. In Dänemark, so US-Epidemiologe Eric Feigl-Ding, sei der Anteil von BA.2 seit Weihnachten bereits von 20 auf nunmehr 65 Prozent der sequenzierten PCR-Tests gestiegen. Auf Twitter zeigt sich US-Epidemiologe Eric Feigl-Ding besorgt und bringt BA.2 mit steigenden Todeszahlen in Dänemark in Verbindung:

Ein weiteres Problem, dass BA.2 mit sich bringt: PCR-Tests sollen auf die Subvariante schlechter anschlagen, weil sich deren Genstruktur erheblich von früheren Corona-Varianten unterscheide, für die die Tests entwickelt wurden. Allerdings gebe es noch keine Hinweise, dass dies auch auf Antigen-Tests zutreffe, sagte der Schweizer Bioinformatiker Richard Neher dem Nachrichten-Magazin Der Spiegel.

Der Virologe Christian Drosten erklärte den angenommenen Unterschied zwischen den beiden Subtypen mit der Metapher von zwei Autos und sagte mit Blick auf BA.2: „Der Motor, der hat schon ein paar PS mehr.“ Bei BA.1 hingegen sei er der Auffassung, dass die Variante der Immunantwort des Körpers ausweichen könnte, weshalb sie sich so schnell ausbreite.

Die Daten des dänischen Preprints deuteten darauf hin, dass das Infektionsrisiko bei BA.2 deutlich höher sei als bei BA.1. Das Risiko der Weitergabe des Virus ist demnach bei infizierten Ungeimpften ebenfalls stark erhöht, bei geimpften Kontaktpersonen allerdings verringert.

Das hochansteckende Omikron-Virus macht laut WHO weltweit mittlerweile 93 Prozent aller gesammelten Coronavirus-Proben aus. Dies umfasst die Untervarianten BA.1, BA.1.1, BA.2 und BA.3. Demnach machen BA.1 und BA.1.1. - die ersten identifizierten Versionen - immer noch mehr als 96 Prozent der Omikron-Befunde aus, die in die Datenbank der globalen Wissenschaftsinitiative GISAID hochgeladen wurden.