Über Teilen Deutschlands soll es am Wochenende wieder zu heftigen Gewittern kommen. Foto: dpa/Patrick Pleul

Nach den verheerenden Überflutungen mit mindestens 179 Todesopfern und noch immer Dutzenden Vermissten bereiten sich die Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen auf neue Schauer und Gewitter vor. Dabei seien „lokal eng begrenzt“ Unwetter durch heftigen Starkregen möglich, berichtete der DWD am Samstag. In der Hochwasserregion in Rheinland-Pfalz richtete der Katastrophenschutz vorsorglich für die Bürger eine Notunterkunft ein.

Bürger in betroffenen Orten wurden gewarnt und informiert

Laut der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion wird dazu in möglicherweise betroffenen Orten informiert. „Die Vorbereitungen laufen. Die Bevölkerung wird in den Sozialen Medien noch einmal gewarnt und es werden Flugblätter verteilt“, sagte ein Sprecher. Demnach besteht keine akute Hochwassergefahr für die Ahr. Dennoch sei bei Niederschlag mit verstärktem Oberflächenwasser insbesondere in den Orten zu rechnen, in denen Teile der Kanalisation zerstört oder verstopft sind. Dadurch könne es örtlich zu einem neuen Einlaufen von Wasser in Kellern kommen.

Die Vize-Präsidentin des Technischen Hilfswerks (THW), Sabine Lackner, berichtete im RTL/ntv-„Frühstart“ von Attacken gegen Einsatzkräfte. „Das geht dann soweit, dass unsere Helferinnen und Helfer beschimpft werden“, sagte Lackner am Samstag. „Wenn sie mit Einsatzfahrzeugen unterwegs sind, werden sie mit Müll beschmissen“, fügte Lackner hinzu. Hinter den Angriffen seien vor allem Querdenker oder Menschen aus der Prepper-Szene, die sich als Betroffene der Flutkatastrophe ausgäben, sowie einige frustrierte Flutopfer. Die Polizei in Koblenz zeigte sich bestürzt über die Berichte, solche Vorfälle seien aus ihrem Gebiet allerdings bislang nicht bekannt.

Freiwillige Helfer sollen nicht mehr ins Krisengebiet kommen

Derweil appellierten das Polizeipräsidium Koblenz und der Krisenstab am Samstag an Freiwillige, sich nicht mehr auf den Weg in das Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz zu machen. „Die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung ist weiterhin überwältigend und ungebrochen. Durch die Vielzahl an Helferinnen und Helfer, die sich heute in das Katastrophengebiet aufgemacht haben um zu helfen, kommt es aktuell leider zu einer völligen Überlastung sämtlicher Zufahrtsstraßen zum Ahrtal, sowie der Straßen im Katastrophengebiet selbst“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Teile von NRW und Rheinland-Pfalz wurden von der Flut schwer getroffen. Foto: imago/Future Image

Große Baumaschinen, die beispielsweise zum Straßen- und Brückenbau, sowie zum Wiederaufbau der Trinkwasserversorgung im Katastrophengebiet benötigt werden, können den Angaben zufolge ihren Einsatzort nicht erreichen und stehen im Stau.

Mit Sorge blicken die Menschen auf die Wettervorhersagen

Mit Sorge blickten die Menschen in den betroffenen Regionen auf die Wettervorhersagen. Am Samstagnachmittag sei mit teils kräftigen Schauern und Gewittern von Westfalen und Nordhessen bis nach Südniedersachsen hinein und an den Alpen zu rechnen, am frühen Abend auch im Südwesten. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit könne es regional auch zu Platzregen mit lokaler Überschwemmungsgefahr kommen. In einigen Regionen könnten größerer Hagel und Sturmböen oder schwere Sturmböen hinzukommen.

Das aktuelle Tief ist laut DWD allerdings nicht mit dem Tief Bernd zu vergleichen, das zu der Hochwasser-Katastrophe geführt hatte. Während das Tief Bernd sehr ortsfest gewesen sei und regional viel Regen gebracht habe, sorge das aktuelle Tief in Wellen für einigermaßen rasch ziehende Schauer und Gewitter. Entsprechend sind den Meteorologen zufolge zwar lokal hohe Regenmengen zwischen 20 und 40, teils auch bis zu 60 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich. Danach sei bis zur nächsten Schauer- und Gewitterwelle aber eine Zeit lang Ruhe.