Als eines der ersten Unternehmen setzt Coca-Cola die neue Deckel-Richtlinie der EU um. Coca-Cola

Plastik ist ein riesiges Problem. Jedes Jahr werden fast 400 Millionen Tonnen produziert und ein Großteil davon landet erst in der Umwelt und später oft im Meer. Deutschland versteht sich als eine Art Recycling-Weltmeister, doch auch hier wird längst nicht all der Kunststoff, der gesammelt wird, auch recycelt, einiges wird verbrannt, anderes exportiert – und einiges kommt gar nicht erst in den Recycling-Kreislauf, weil es achtlos in die Gegend geworfen wird. Zumindest bei Deckeln von PET-Flaschen will die EU jetzt aber mit einer neuen Richtlinie gegensteuern.

Deckel müssen künftig fest mit PET-Flaschen verbunden sein

In dieser ist festgehalten, dass ab dem 3. Juli 2024 alle aus Kunststoff bestehenden Getränkeverschlüsse nach dem Öffnen an der Einwegflasche verbleiben sollen. Als einer der ersten Großkonzerne setzt Coca-Cola dies nun bei seinen PET-Flaschen um.

Zwar würden in Deutschland ohnehin 97 Prozent aller PET-Flaschen des Unternehmens über das Einwegpfandsystem zurückkommen und 95 Prozent davon mit Deckeln, doch wolle man diesen Schnitt noch anheben, sagt Coca-Colas Technik-Direktor Stefan Kunerth. „Wir wollen in Zukunft auch die letzten Deckel einem Recycling zuführen und zeigen Pioniergeist hier in Deutschland mit der Umstellung als eines der ersten Länder bei Coca-Cola in Europa.“

Bis Januar 2024 sollen alle Werke in Deutschland umgestellt werden. Im Werk im westfälischen Dorsten begann die Umstellung bereits im vergangenen September. Zeitweise wird es in den kommenden Jahren also verschiedene Cola-Flaschen im Angebot geben. Die mit dem neuen Deckel werden dabei mit der Beschriftung „Lass mich dran!“ gekennzeichnet.

Kritiker gaben Studie gegen neue Deckel in Auftrag

Kritiker gibt es wie bei vielen Neuerungen natürlich viele. Da wären die üblichen Stimmen auf Twitter, die hier ein dramatisches „EU-Diktat“ wittern, das sie in ihrer (Trink-)Freiheit einschränkt, und es gibt noch die Interessenverbände wie den Europäischen Mineralwasserverband (EFBW) und den Europäischen Verband der Softdrink-Hersteller (UNESDA), die extra eine Studie in Auftrag gegeben haben, die zu dem Ergebnis kam, dass ein solcher Deckel den Kunststoffverbrauch erhöhen würde und die ganze Richtlinie Unsinn sei.

Doch das widerlegte Coca-Cola nun mit seinem Vorstoß. Laut Konzernmitteilung würde sich durch den neuen Deckel der Plastikverbrauch nicht nur nicht erhöhen, sondern sogar um 1,37 Gramm verringern.

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Der neue Deckel wird kommen, wie groß die positiven Effekte für die Umwelt sind, wird sich im Laufe der nächsten Jahre zeigen. Und dann werden die Verbraucher auch feststellen, ob der Deckel wirklich beim Trinken stört – und können im Zweifel auf Mehrwegflaschen umsteigen.