Vega-C-Rakete auf dem europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana (Archivbild)
Vega-C-Rakete auf dem europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana (Archivbild) dpa/Manuel Pedoussaut/ESA

Das war dann ja wohl nichts. Der erste kommerzielle Start der neuen europäischen Trägerrakete Vega C ins All ist schiefgelaufen. Die Rakete kam wenige Minuten nach ihrem Start vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guyana von ihrem Kurs ab, wie Stéphane Israël, Chef des Raketenbetreibers Arianespace in der Nacht zu Mittwoch sagte. „Leider können wir sagen, dass die Mission verloren ist.“ Arianespace stufte die Mission als gescheitert ein. Es ist nicht das erste Problem, das es bei einer europäischen Trägerrakete gibt.

Wie es vom Unternehmen hieß, gab es etwa zweieinhalb Minuten nach dem Start ein Problem beim Triebwerk Zefiro 40.

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Vega C soll europäische Raumfahrt wettbewerbsfähig machen

Erst im Juli absolvierte die neue Vega C ihren Erstflug. Sie ist eine Weiterentwicklung der Vega-Rakete, die seit 2012 leichte Satelliten ins All bringt. Laut Europäischer Raumfahrtagentur Esa ist die neue Rakete um einiges besser: Sie kann etwa 800 Kilogramm mehr Last transportieren, ist flexibler und billiger. Gemeinsam mit der größeren Trägerrakete Ariane 6, die im kommenden Jahr mit etwa drei Jahren Verspätung erstmals in den Weltraum starten soll, soll die Vega C die europäische Raumfahrt wettbewerbsfähiger machen. Ursprünglich hatte die Ariane 6 bereits 2020 abheben sollen, doch der Start wurde mehrfach verschoben, unter anderem wegen der Corona-Pandemie.

Sollte der nun fehlgeschlagene Start auf ein grundlegendes Problem bei der neuen Rakete zurückzuführen sein, wäre das für die Esa ein erheblicher Rückschlag. 

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Für Vega-C-Raketen sind bis einschließlich 2025 gut ein Dutzend Starts geplant. Das Vega-C-Raketenprogramm liegt in der Hand der Esa. Hauptauftragnehmer ist das italienische Unternehmen Avio. Arianespace kümmert sich um die kommerzielle Seite der Starts.

Die vom Kurs abgekommene Rakete hatte zwei Erdbeobachtungssatelliten an Bord. Die Flugkörper Pléiades Neo 5 und 6 von Airbus sollten eine Konstellation der Erdbeobachtungssatelliten im All ergänzen. Airbus Defence und Space kommentierte den schiefgelaufenen Start der Rakete auf Anfrage zunächst nicht.