Touristen genießen die Sonne am Strand von Arenal. Foto: Clara Margais/dpa

Portugal und Zypern gelten bereits als Hochinzidenzgebiete, nun steht ein weiteres beliebtes EU-Urlaubsland davor, dazugerechnet zu werden: Die Corona-Inzidenz in Spanien liegt bei über 200. Das Robert-Koch-Institut (RKI) stuft solche Länder als Hochinzidenzgebiete ein. Für Urlauber, die weder vollständig geimpft noch genesen sind, hat dies nach der Rückkehr Konsequenzen. Selbst wenn sie negativ getestet sind, müssen sie sich in eine mindestens fünftätige häusliche Quarantäne begeben. 

Das Gesundheitsministerium in Madrid meldete am Dienstag 13.393 Infektionen binnen 24 Stunden. Damit kletterte die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz innerhalb eines einzigen Tages von 226 auf 258. Es seien weiterhin vor allem junge Menschen unter 30, die sich ansteckten, hieß es. Gesundheitsministerin Carolina Darias äußerte sich unter Hinweis auf die Impffortschritte optimistisch und beteuerte, das land werde die Infektionszahlen bald wieder reduzieren. Auch für Urlauber in Spanien wird es stellenweise ungemütlich: Zur Eindämmung der Ausbreitung beschließen die spanischen Regionen immer mehr Restriktionen.

Valencia mit der gut 500 Kilometer langen Küste hat mit Billigung der Justiz als erste der 17 Regionen Spaniens wieder eine nächtliche Ausgehsperre eingeführt. Die Bewohner von 32 Gemeinden mit besonders schlechter Lage dürfen seit Dienstag zwischen 01.00 und 06.00 nur mit triftigem Grund aus dem Haus. Betroffen sind unter anderem die Metropole Valencia sowie bekannte Badeorte wie Benicassim oder Gandia. Auf den auch bei deutschen Urlaubern beliebten Kanaren will die Justiz am Mittwoch über einen Antrag der Behörden auf Einführung einer nächtlichen Ausgehsperre entscheiden.

Zur Eindämmung der schon seit Tagen rasant steigenden Infektionszahlen schränkt der spanische Corona-Hotspot Katalonien nächtliche Aktivitäten weiter ein. Restaurants, Bars, Kultur- und Sportlokale sowie alle anderen Betriebe müssen in der Region mit der Metropole Barcelona und einer knapp 600 Kilometer langen Küste künftig ab 0.30 Uhr schließen. Die Maßnahme werde „morgen oder übermorgen in Kraft treten“, sagte die Sprecherin der Regionalregierung, Patricia Plaja, am Montag.

Inzidenz in Katalonien bei 579

Neben anderen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sollen Treffen von mehr als zehn Personen sowohl im privaten wie im öffentlichen Raum untersagt werden. Auch sollen alle Strände und Plätze zwischen 0.30 Uhr in der Nacht und 6.00 Uhr morgens gesperrt werden. Einige dieser Maßnahmen müssten noch vom Oberlandesgericht Kataloniens gebilligt werden, da „Grundrechte verletzt werden“, sagte Plaja.

So schlimm wie in der beliebten Urlaubsregion an der Grenze zu Frankreich ist die Corona-Lage derzeit nirgendwo sonst in Spanien. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen kletterte zuletzt auf gut 579. In Deutschland lag der Wert zuletzt bei 7.

Erst vor einer Woche hatte die katalanische Regionalregierung eine Schließung der Innenbereiche aller nächtlichen Vergnügungslokale beschlossen. Die Zahlen stiegen aber trotzdem weiter. Ungeachtet der besorgniserregenden Lage sind die Strände, aber auch Hotels, Kneipen und Läden in Barcelona und anderen Küstengemeinden dieser Tage zum Teil überfüllt, wie Medien berichteten.