Ein Uhuweibchen brütet live im Internet. (Symbolbild) Foto: imago images/imagebroker

Mit großer Ausdauer sitzt Uhu-Dame Lotte auf drei Eiern. Mit ihrem Körper schenkt sie dem neuen Eulenleben in ihrem Felsenhorst im Kreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) die nötige Wärme. Lotte ahnt nicht, dass ihr Hunderte Menschen über das Internet beim Brutgeschäft zuschauen. Den besonderen Blick auf den Brutalltag ermöglicht eine Webcam der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen.

Die Naturschützer freuen sich, dass das Nest wie im vergangenen Jahr schon wieder besetzt ist. „Etliche Uhus haben den Brutbeginn in diesem Jahr aufgrund der kühlen Temperaturen hinausgezögert“, sagt der Vorsitzende der Gesellschaft, Stefan Brücher.

Partner Leo füttert die brütende Uhu-Dame

Etwa fünf Wochen lang sitzt das Uhu-Weibchen auf den Eiern. Im vergangenen Jahr zählte Brücher bei 164 Brutplätzen 240 junge Uhus. Anfang der 1970er Jahren galt der Uhu in der Eifel bereits als ausgestorben. Weil er als unerwünschter Konkurrent für die sogenannte Niederwildjagd, also auf Hasen, Marder oder Füchse, galt, wurden Prämien gezahlt für das Abschießen von Uhus. Dann begannen Vogelschützer ab 1973 mit der Auswilderung von Jungtieren aus der Volierenzucht.

Die meiste Zeit sitzt die zwölf Jahre alte Lotte still auf ihren Eiern, mit geschlossenen Augen. Nahrung bekommt sie von ihrem Partner Leo, der Mäuse oder auch mal ein Kaninchen jagt. Manchmal dreht Lotte auch anmutig den Kopf, putzt sich Gefieder und Füße. Oder lässt kurz ihren charakteristischen Ruf erklingen: „U-uuuuh!“