Natalia Klitschko, Ehefrau von Vitali Klitschko, sagt: „Angst ist ein Gefühl, das in meinem Leben keinen Platz hat.“ dpa/Christophe Gateau

Sängerin Natalia Klitschko (48) ist die Ehefrau von Vitali Klitschko, der als Bürgermeister von Kiew in der umkämpften ukrainischen Hauptstadt bleibt. Hat sie in diesen dramatischen Wochen Angst um ihren Mann? „Angst ist ein Gefühl, das in meinem Leben keinen Platz hat. Und jetzt lasse ich es erst recht nicht zu. Sorge: ja. Natürlich! Aber ich habe auch das Urvertrauen, dass Vitali beschützt ist“, sagte sie in einem Interview der Zeitschrift Superillu. Natalia Klitschko ist in Hamburg, während ihr Mann in Kiew ausharrt.

Über die drei gemeinsamen Kinder berichtet sie der Superillu: „Es ist schwierig für sie. Sie sind ja alle aus dem Haus, aber wir haben uns nach Kriegsausbruch erst mal gemeinsam hier versammelt. Die Ungewissheit war wirklich am schlimmsten. Aber dann wiederum war es schön, so eng beisammen zu sein, einander zu stützen, all diese Liebe zu spüren. Wir tauschen uns jeden Tag mit Vitali aus.“

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Am Dienstag besuchte die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock den Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko. Imago Images/Florian Gaertner

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Natalia Klitschko: „Ich empfinde keinen Hass“

Natalia Klitschko setzt inmitten des Kriegs in ihrer Heimat auf Versöhnung statt auf Spaltung und sagt: „Ich empfinde keinen Hass. Eher Wut und Mitleid. Hass frisst dich innerlich auf und ist keine Basis, um etwas Neues aufzubauen.“

Natalia Klitschko, die bei sich in Hamburg Flüchtlinge beherbergt, erklärte weiter: „Ich bin kein Freund von Extremen und weiß, dass viele jetzt die russische Sprache boykottieren, aber davon halte ich nichts. Das wird uns auch nicht helfen, wieder zueinander zu finden.“

Natalia Klitschko ist gerührt von der Hilfsbereitschaft und Solidarität

Wie kommentiert Natalia Klitschko die von manchen Seiten als zu zögerlich kritisierte Waffenlieferung durch die deutsche Bundesregierung? „Politik ist ein komplexes Geschäft. Wie Schach: Ein falscher Zug kann spielbestimmend sein. Politiker würde ich in diesen Zeiten nicht sein wollen. Man kann doch alles nur falsch machen, kriegt immer auf den Deckel. Nein, ich versuche, mich am Positiven zu orientieren und bin einfach nur gerührt von der enormen Hilfsbereitschaft und Solidarität um mich herum.“