Ein zwölfjähriger Junge wurde von einem Polizisten erschossen. IMAGO/Sabine Gudath

Es passiert beinahe täglich. Es passiert viel zu oft. In den USA ist es wieder einmal zu einem tödlichen Waffen-Drama gekommen. Das Opfer diesmal: ein zwölfjähriger Junge. Er hatte seine Waffe auf Beamte gerichtet, dann erschossen die Polizisten das Kind.

Ein zwölfjähriger Junge wurde am Dienstag von einem Polizeibeamten aus Philadelphia erschossen, nachdem er angeblich auf vier Beamte in einem nicht gekennzeichneten Streifenwagen geschossen hatte, teilt die Polizei mit.

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Die vier Beamten in Zivil führten demnach eine Untersuchung wegen illegalen Waffenbesitzes durch, als sie einen 17-jährigen Teenager entdeckten, der im Zusammenhang mit ihrer Untersuchung verhört werden sollte, heißt es in einer Erklärung des Philadelphia Police Department.

Polizist erschießt Zwölfjährigen

Die Beamten fuhren auf den Teenager zu, bei dem auch der Zwölfjährige war. Dann schalteten sie die Sirenen des Autos ein. „Zu diesem Zeitpunkt hörten sie Schüsse und es gab Glassplitter vom hinteren Beifahrerfenster“, so die Polizei weiter. Ein Beamter wurde von Glassplittern getroffen, zwei weitere verfolgten zu Fuß den Zwölfjährigen, der auf das Auto geschossen hatte. Dann drückte einer der Polizisten ab.

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Der Junge, der von der Polizei als Thomas Siderio identifiziert wurde, wurde von der Kugel in seinen oberen rechten Rückenbereich getroffen, wobei die Kugel aus dem linken Brustbereich austrat. Im Krankenhaus wurde er für tot erklärt.

Der von den Glassplittern getroffene Beamte wurde im Krankenhaus behandelt, konnte aber schnell wieder entlassen werden.

Der ursprünglich verfolgte Teenager wurde wieder freigelassen

Die angeblich von dem Jungen benutzte Waffe, eine halbautomatische Taurus, 9 mm, wurde am Tatort sichergestellt, teilt die Polizei mit. Die Schusswaffe war als gestohlen gemeldet.

Der andere Teenager, 17, den die Polizei ursprünglich verfolgte, wurde zur Befragung angehalten und dann wieder freigelassen.

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Polizeikommissarin Danielle Outlaw sagte, die Schießerei werde untersucht und die vier beteiligten Beamten seien im Verwaltungsurlaub. „Letzte Nacht hat ein kleines Kind absichtlich eine Waffe auf unsere Beamten abgefeuert, und wie durch ein Wunder erlitt keiner der Beamten lebensbedrohliche Verletzungen“, sagte Outlaw. „Das Leben eines jungen Menschen wurde jedoch auf tragische Weise verkürzt. Und wir sollten uns alle fragen, wie wir als Gesellschaft ihn und so viele andere junge Menschen wie ihn im Stich lassen konnten.“