Ein Edeka-Markt in Mecklenburg-Vorpommern setzte kürzlich ein Hausverbot für Jugendliche durch.
Ein Edeka-Markt in Mecklenburg-Vorpommern setzte kürzlich ein Hausverbot für Jugendliche durch. dpa

Edeka-Märkte im Norden Deutschlands haben so ihre Eigenarten. Ein Laden in Schleswig-Holstein sorgte mit dem Slogan „Der beste Fick im Norden“ für Erregung! Ein anderer in der Neubrandenburger Südstadt in Mecklenburg-Vorpommern machte jetzt Schlagzeilen, weil er Jugendlichen ein Hausverbot erteilte.

Inzwischen ist das Hausverbot nach einer Welle der Empörung wieder vom Tisch. Nach einer heftigen Debatte auch in sozialen Medien habe die Marktleitung die Entscheidung zurückgenommen, berichtet die Ostsee-Zeitung (OZ).

Das war passiert: Der Einkaufsmarkt hatte das an Schultagen zwischen 7.30 und 14.30 Uhr geltende Zutrittsverbot mit „einfallenden Schülerhorden“ einer Gesamtschule in der Nachbarschaft begründet. Die Kids seien in die Filiale gekommen und hätten sich respektlos verhalten, der Nordkurier berichtete zuerst über den Vorfall. „Die Schüler reißen Produkte auf, lassen die dann einfach so stehen und bezahlen die auch nicht“, sagte die stellvertretende Marktleiterin in der vergangenen Woche der Zeitung.

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Zudem würden einige Schüler die Einkaufswagenreihen blockieren. „Aber am Ende kauft dann nur einer von ihnen etwas. Währenddessen stehen die älteren Leute, die alle etwas kaufen möchten, draußen und müssen auf einen Wagen warten“, beschwerte sich Marktleiterin Tina Hohenstein. Auch das respektlose Verhalten der Jugendlichen gegenüber anderen Kunden sei ein Grund für die Maßnahme gewesen. „Teilweise sind darunter dann Stammkunden, die das mitbekommen, von denen wir abhängig sind“, betonte die Marktleiterin.

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Ein Jugendlicher rebellierte gegen das Hausverbot

Die Konsequenz: Hausverbot für die Schüler zu bestimmten Zeiten, Einkaufen nur noch in Begleitung eines Erziehungsberechtigten. Seitdem hat die Marktleitung ein Schild vor dem Laden platziert, das auf das Zutrittsverbot hinweist. Ein Jugendlicher habe bereits dagegen rebelliert. „Als ich ihn mehrmals dazu aufgefordert habe, den Laden zu verlassen, beleidigte er mich als Hurensohn und rief ‚Scheiß Laden, ich hoffe, ihr geht pleite‘“, erinnerte sich ein Kassierer.

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Insgesamt habe die Maßnahme aber ihre Wirkung entfaltet: „Meine Mitarbeiter sagen, es sei ein sehr ruhiges Arbeiten, seitdem das Schild da ist“, erklärte die Marktleiterin. Aufgrund ihres Hausrechts dürfe sie so ein Schild auch aufstellen.

Die ungewöhnlich drakonische Maßnahme traf selbstverständlich nicht nur auf Zustimmung. Nach Protesten ruderte der Markt jetzt zurück. Gegenüber der OZ teilte Edeka mit, der betroffene Markt habe das Hausverbot mittlerweile aufgehoben. Es sei geplant, Kontakt mit der Schule aufzunehmen, um Schülerinnen und Schüler zu sensibilisieren und das Problem gemeinsam zu lösen. Na bitte, geht doch!

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