Eine Spur der Verwüstung im japanischen Atami.  AP/Naoya Osato/Kyodo

Nach einem Erdrutsch in Japan werden 19 Menschen vermisst, wie die Nachrichtenagentur AFP vermeldet. Mehrere Häuser seien durch die Schlammmassen am Sonnabend in der Küstenstadt Atami zerstört worden, teilten die Behörden der Präfektur Shizuoka im Zentrum des Landes mit. Mehr als 2800 Haushalte in der Region waren ohne Strom. Der Erdrutsch ereignete sich nach tagelangen schweren Regenfällen. Die Behörden forderten die Hilfe des Militärs bei der Suche nach den 19 Vermissten an.

Zugverkehr wurde wegen heftiger Regenfälle teilweise eingestellt

Der beliebte Ferienort Atami liegt rund hundert Kilometer südwestlich von Tokio. Wegen der heftigen Regenfälle musste der Zugverkehr in der Region teilweise eingestellt werden. Davon betroffen war auch der Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen, der zeitweise nicht auf der Strecke zwischen Tokio und Osaka verkehren konnte.

Auf TV-Bildern war zu sehen, wie eine Lawine aus Schlamm und Geröll mehrere Häuser in Atami unter sich begräbt. „Ich hörte ein schreckliches Geräusch und sah eine Schlammlawine, die sich nach unten bewegte, während die Rettungskräfte die Menschen zur Evakuierung aufforderten“, sagte der Leiter eines Tempels dem öffentlich-rechtlichen Sender NHK. Er habe sich in ein höher gelegenes Gelände gerettet. Als er zurückkam, seien Häuser und Autos, die vor dem Tempel standen, verschwunden gewesen.

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Japanischen Medienberichten zufolge will sich Regierungschef Yoshihide Suga am Nachmittag mit Ministern treffen, um über die Katastrophe und weitere durch den heftigen Regen verursachte Schäden zu beraten. Während der Regenzeit in Japan kommt es häufig zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Experten gehen davon aus, dass der Klimawandel das Phänomen verstärkt, weil eine wärmere Atmosphäre mehr Wasser speichert, was wiederum zu intensiveren Regenfällen führt.