Enissa Amani.  Foto:  Imago/M. Kremer

Vor zwei Wochen erfuhr das ganze Land von der Existenz einer kleinen WDR-Talkshow namens „Die Letzte Instanz“. Mit Ruhm bekleckerte sie sich jedoch nicht. Stefan Hallaschka sprach dort mit Jürgen Milski, Thomas Gottschalk, Janine Kunze und Micky Beisenherz auch über das Thema Rassismus - und fielen dabei selbst durch zahlreiche rassistische Äußerungen auf. Zudem beschwerten sie sich darüber, was man denn alles nicht mehr sagen dürfte und sagten es dann doch. Es setzte viel Kritik, unter anderem von der Comedienne Enissa Amani, die sich nicht nur über das Gesagte aufregte, sondern auch über die Zusammensetzung der Talk-Gäste. Ihre Wut kanalisierte sie in Tatendrang und organisierte einfach ihren eigenen Talk.

„Es ist unglaublich, dass das okay ist, dass ein Panel-Talk veranstaltet wird in Deutschland, wo man über Racial Slurs diskutieren will, wo man darüber diskutieren will, ob man das Z-Wort für Sinti und Roma sagen darf. Wo man über Rassismus in Deutschland, Alltagsrassismus, jede Form von verankertem Rassismus in Deutschland sprechen will – und dann nicht eine Person, nicht eine POC (People of Colour, d. Red.) anwesend ist“, sagte Amani nachdem sie von der WDR-Sendung mitbekommen hatte auf Instagram. Am Dienstagabend streamt die 39-Jährige ihre eigene Diskussion auf Instagram. Und in der kommen dann nur PoC zu Wort.

Eingeladen hat Amani zu ihrem Talk, den sie „Die beste Instanz“ genannt hatte, den Roma-Aktivisten Gianni Jovanovic, die Soziologin Natasha A. Kelly, die Autoren Mohamed Amjahid und Max Czollek und die Bildungsreferentin der Anne Frank Stiftung Nava Zarabian.

Der Talk wurde bereits in der vergangenen Woche aufgezeichnet. Alle Teilnehmer wurden auf Corona getestet, wie die Comedienne in einem Trailer sagte. Darin wurden auch bereits einige der Themen vorgestellt, die behandelt werden sollen. Die Gäste sprechen dabei über die Frage, wieso Menschen noch darauf beharren, verletzende Bezeichnungen zu benutzen und sie nähern sich der Frage, ob es okay ist, jemandem zu sagen, dass er weiß ist oder ihn Kartoffel zu nennen. Die Runde spricht über über gewaltvolle Sprache und wozu eine solche führen kann. Hanau kommt zur Sprache, die Shoah und auch der Porajmos, den Völkermord an den europäischen Sinti und Roma durch die Nazis und ihre Verbündeten.

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Amani will, das wird bereits im Trailer deutlich, Menschen die von der Mehrheitsgesellschaft noch viel zu oft keine Stimme bekommen, zu Wort kommen lassen. Sie sollen Teil des Diskurses werden. Das macht auch eine Ansage von Max Czollek am Ende des Trailers deutlich: „Wir kommen jetzt, wir übernehmen den ganzen Laden. Und wenn die Öffentlich-Rechtlichen nicht anfangen sich darauf einzustellen, dann spielen die keine Rolle mehr.“

Zu sehen ist der Talk am Dienstagabend um 18 Uhr auf der Instagram-Seite von Enissa Amani.