Nach dem Raketenangriff: ein zerstörtes Haus in Kabul. Foto:  AFP/Wakil Kohsar

Bei Raketenangriffen auf die afghanische Hauptstadt Kabul sind nach Behördenangriffen mindestens acht Menschen getötet worden. Die Angriffe am Sonnabendmorgen richteten sich gegen mehrere Wohngebiete im Zentrum und im Norden der Stadt. Auch nahe der stark gesicherten Grünen Zone mit zahlreichen Botschaften und Niederlassungen internationaler Unternehmen schlugen Geschosse ein. Zu den Angriffen bekannte sich zunächst niemand, die radikalislamischen Taliban bestritten jede Verantwortung.

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Afghanistan kommt seit Jahren nicht zur Ruhe. Trotz eines Abkommens mit den Vereinigten Staaten über einen baldigen Abzug der US-Soldaten sowie Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung haben die radikalislamischen Taliban ihre Angriffe in jüngster Zeit ausgeweitet. US-Außenminister Mike Pompeo hatte vor den Explosionen in Kabul angekündigt, bei einem Besuch in Katar mit der Verhandlungsdelegation der Taliban sprechen zu wollen.

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US-Präsident Donald Trump will kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt den Abzug aus Afghanistan vorantreiben. Bis zum 15. Januar sollen rund 2000 der derzeit rund 4500 US-Soldaten das Land verlassen. Kritiker warnen, ein übereilter Abzug der US-Armee stärke die Taliban in Afghanistan.