Die Deutsche Umwelthilfe wird auf Facebook immer wieder heftig angegangen. Da niemand etwas unternimmt, will der Verein nun klagen. Imago/Gasser/NurPhoto

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) polarisiert in der Autofahrer-Nation Deutschland. Der Verbraucherschutzverband klagt seit vielen Jahre immer wieder auf die Einhaltung von Umwelt- und Klimarichtlinien, die sich die Bundesrepublik oder die EU selbst gesetzt haben. Dabei zieht der gemeinnützige Verein auch immer wieder den Hass vieler Menschen auf sich. So gibt es auf Facebook auch gleich mehrere Hass-Gruppen, in denen militante Autofahrer ihren Gefühlen gegenüber der DUH und ihrem Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch freien Lauf lassen. Dass es nun gehäuft zu Morddrohungen kommt, will man sich nicht länger gefallen lassen – und klagt!

Auf Facebook wird gegen die DUH gehetzt

Die Gruppen auf Facebook heißen „Stoppt die Deutsche Umwelthilfe (DUH)!“ oder „Stoppt die Deutsche Umwelthilfe / DUH JETZT!“. Zusammen haben sie 60.000 Mitglieder, wobei es sicher die eine oder andere Überschneidung gibt. Die größere der beiden Gruppen ist frei zugänglich, die kleinere nur auf Mitglieder beschränkt. In der gibt es auch Benimmregeln, die Hassrede untersagen. Doch schon ein kurzer Blick zeigt: So wirklich durchgesetzt wird das nicht.

Es finden sich auf den ersten Blick schon viele Beleidigungen, Anschuldigungen und Verunglimpfungen. Teilweise klingt es nach düsteren Verschwörungstheorien. So wird sich gefragt, ob DUH-Chef Jürgen Resch nun „Feind der Bürger“ oder doch nur „das Werkzeug der Grünen“ ist, die sich nicht „ihre Finger schmutzig machen“ wollen.

Deutsche Umwelthilfe hat die schlimmsten Hass-Kommentare zusammengetragen

Die heftigsten Angriffe hat nun die Deutsche Umwelthilfe selbst zusammengetragen und nennt in einer Pressemitteilung Beispiele. „‚Der Resch fühlt sich bedroht, wer Wind sät, wird Sturm ernten! Hat einer Mitleid mit ihm?‘“ - Antwort: ‚Nee, eher 9 mm‘ - weitere Antwort: ‚7,65 hohlspitz besser‘ - weitere Antwort: ‚…und das in den Hinterkopf da fliegt die dumme Fresse weg, braucht keiner‘“, soll es da heißen. Oder: „Mal ein kleines Gedankenspiel zum Schutz der Nation: Hier sind jetzt über 12.800 Mitglieder. Und es gibt doch genug andere Gruppen mit der gleichen Gesinnung. Wenn man das aufteilt, kann ein Auftragskiller doch gar nicht so teuer sein.“ Auch sein Wohnort wird genannt und angeregt, ihn im Bodensee zu ertränken.

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Insgesamt 79 dieser krassen Nachrichten hatte die Deutsche Umwelthilfe laut eigener Aussage dokumentiert und zwischen September und Dezember 2021 zur Anzeige gebracht. Strafrechtlich verfolgt sei aber niemand worden, heißt es in der Pressemitteilung. Ähnlich tatenlos wie die deutsche Polizei zeigte sich der hinter Facebook stehende Konzern Meta, die trotz dieser Mordfantasien die Gruppen nicht auflösten.

Daher hat sich die DUH, die sich mit Musterfeststellungsklagen auskennt, entschieden, nun gegen Meta vorzugehen, um Gruppen, in denen offen Hass verbreitet und zum Mord aufgerufen wird, gesperrt werden können. Das „aufwendige“ Verfahren wolle man übrigens nicht nur für die DUH und Jürgen Resch führen, sondern auch „für alle anderen Menschen und Verbände, die sich zivilgesellschaftliche und insbesondere für den Umwelt- und Klimaschutz engagieren – aber zunehmend unter Hetze und Gewaltandrohung über Facebook und Co. leiden müssen“, heißt es in der Mitteilung des Verbraucherschutzbundes.

Trotz des nun aufgemachten Nebenkriegsschauplatzes wolle man sich nicht von der „Arbeit für den Klimaschutz, Saubere Luft und die Erhaltung einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt abbringen lassen“, schreibt der Verein weiter. „Wir werden uns von unseren Gegnern nicht einschüchtern oder mundtot machen lassen!“

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Man kann sich durchaus vorstellen, welche Reaktionen diese Ankündigung in den Hassgruppen auf Facebook haben wird.