Teilnehmer des Christopher Street Day (CSD) in Dresden laufen am Terrassenufer entlang.
Teilnehmer des Christopher Street Day (CSD) in Dresden laufen am Terrassenufer entlang. dpa/Robert Michael

Kaum ein Tag vergeht ohne Meldungen wie diese: Drei maskierte Angreifer haben am Wochenende zwei Besucher des Christopher Street Day (CSD) in Dresden brutal attackiert. Am Tag davor verstarb Malte C., nachdem er auf dem CSD in Münster zwei Frauen zur Hilfe kam, die von einem vorbestraften Hasstäter beleidigt worden waren. Der Angreifer, ein Russe, schlug Malte C. brutal zu Boden, eine Woche später war er tot. Wie sich später herausstellte, schlug der Täter zu, nachdem er Malte C. als trans Mann identifiziert hatte.

Weiterer CSD-Besucher am Dresdner Hauptbahnhof beleidigt und verletzt

Hass auf queere Menschen war offenbar auch das Motiv der drei maskierten Angreifer, die zwei CSD-Teilnehmer in der Dresdener Altstadt attackiert haben sollen. Die Unbekannten schlugen am Samstagabend auf einen 18- und einen 27-Jährigen ein und verletzten sie, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Demnach flohen die Täter in unbekannte Richtung. Die Verletzten kamen zur Untersuchung in eine Klinik. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Polizei ruft Zeugen auf, sich unter der Telefonnummer (0351) 483 22 33 zu melden.

Es war nicht der einzige Übergriff auf CSD-Besucher am Wochenende: Laut Bundespolizei wurde ein weiterer Teilnehmer am Dresdner Hauptbahnhof beleidigt und verletzt. Einsatzkräfte bemerkten den Angriff, gingen dazwischen und nahmen den Tatverdächtigen fest, wie es bei Twitter hieß.

Gezielter Angriff auf CSD in Dresden? Einer der Attackierten ist SPD-Mitglied

Die SPD in Dresden forderte einen besseren Schutz queerer Menschen. „Ich hoffe, dass die Angriffe so weit wie möglich aufgeklärt und die Täter entsprechend bestraft werden“, erklärte der Vorsitzende Albrecht Pallas. Den Angaben zufolge war einer der beiden Teilnehmer, die von den drei Unbekannten attackiert wurden, SPD-Mitglied. Tausende Menschen waren am Samstag bei der CSD-Parade durch Dresden gezogen.

Der CSD erinnert jedes Jahr in vielen Städten der Welt an Ereignisse vom 28. Juni 1969, als Polizisten die New Yorker Schwulen- und Lesbenbar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street stürmten. Das hatte mehrtägige Proteste von Schwulen, Lesben und Transsexuellen ausgelöst.