Absperrband klebt an der Eingangstür der Wohnung im Stockholmer Vorort Haninge. Hier lebten Mutter und Sohn gemeinsam.
Foto: AFP/Jonathan Nackstrand

Ein völlig verwahrlost in einer Wohnung in Schweden aufgefundener Mann ist nach Erkenntnissen der Ermittler doch nicht jahrelang von seiner Mutter eingesperrt worden. Die 70-Jährige werde nicht länger verdächtigt, sagte Staatsanwältin Emma Olsson am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. "Wir haben keinerlei Anhaltspunkte gefunden, dass der Mann eingesperrt oder gefesselt oder anderweitig physisch daran gehindert wurde, die Wohnung zu verlassen."

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Die Polizei hatte die 70-Jährige zunächst der "illegalen Freiheitsberaubung und der Verursachung körperlicher Schäden" verdächtigt. Der Mann war unterernährt und nahezu zahnlos in einer verdreckten Wohnung im Stockholmer Vorort Haninge entdeckt worden, wie die schwedischen Zeitungen "Expressen" und "Aftonbladet" berichteten. Er habe entzündete Wunden an den Beinen gehabt und habe kaum laufen und sprechen können. Er sei offenbar 28 Jahre lang von seiner Mutter gefangen gehalten worden.

Auch die Polizei ermittelte nach eigenen Angaben zu dem Verdacht, dass der Mann offenbar "eine sehr lange Zeit eingesperrt" gewesen war. Inzwischen sagte der 41-Jährige aber laut Olsson aus, dass er selbst entscheiden konnte, ob er die Wohnung verlassen wollte oder nicht. Auch Nachbarn sahen ihn manchmal draußen. Die zunächst festgenommene Mutter wurde wieder freigelassen.