Melissa Henderson, fünffache Mutter aus Georgia, droht eine einjährige Gefängnisstrafe. Facebook

Einer fünffachen Mutter aus Georgia droht eine einjährige Gefängnisstrafe. Melissa Henderson wurde vor ihren weinenden Kindern in Handschellen von den Cops abgeführt wurde. Ihr Verbrechen: Weil der Kindergarten wegen Corona geschlossen war, hatte Henderson ihre 14-Jährige Tochter auf ihren Bruder (4) aufpassen lassen.

Henderson lebt mit ihren Kindern in ländlichen Örtchen Blairville. Weil sie im Mai 2020 zur Arbeit musste, beauftragte sie Tochter Linley, auf den kleinen Thaddeus zu achten. Als die 14-Jährige gerade mit ihrer Online-Schule abgelenkt war, sah ihr kleiner Bruder den gleichaltrigen Nachbarsjungen im Garten gegenüber und ging zu diesem durch die Hintertür nach draußen.

Fünffacher Mutter droht einjährige Gefängnisstrafe

Das bemerkte seine Schwester erst 10 Minuten später, stürmte raus und fand Thaddeus sofort mit seinem kleinen Freund bei der Nachbarin. Während Linley ihren Bruder wieder mit nach Hause nahm, verständigte die andere Mutter die örtliche Polizeidienststelle und zeigte Henderson wegen Kindesvernachlässigung an.

Hendersons Garten, im Hintergrund das Nachbarshaus Facebook

Laut Polizeisprecher Marc Pilote habe die Nachbarin später ausgesagt, dass sie Thaddeus ein Jahr davor auch schon mal allein im Garten gesehen hatte: „Der Junge hätte gekidnappt oder von einer Schlange gebissen werden können.“ Weshalb die Cops zwei Wochen später mit fünf Streifenwagen vor Hendersons Haus erschienen und die völlig geschockte Mutter festnahmen.

Im örtlichen TV-Sender 11Alive sagte sie zu dem traumatischen Erlebnis: „Ich war immer eine gute Mutter, die alles für ihre Kinder tun würde. Vor ihnen in Handschellen rausgebracht zu werden, war unbeschreiblich. Ich landete in einer Zelle, wo ich mich in der Ecke eingerollt und geweint habe.“ Hendersons Ex-Ehemann stellte am nächsten Tag die Kaution.

Die Staatsanwaltschaft entschied, die Mutter wegen grober Fahrlässigkeit und schwerer Kindergefährdung den Prozess zu machen. Der Verhandlungsauftakt zieht sich wegen der Covid-Pandemie seither hinaus. Hendersons Anwalt David DeLugas hat bereits angekündigt, bei einer Verurteilung vor den Obersten Gerichtshof von Georgia zu ziehen: „Das ganze ‚grobe Fahrlässigkeits-Gesetz‘, aufgrund dessen meine Mandantin angeklagt wurde, ist verfassungswidrig.“ Zumal es in Georgia bereits für 13-Jährige erlaubt ist, Geld mit Babysitten zu verdienen.

Melissa Henderson wurde vor ihren weinenden Kindern in Handschellen von den Cops abgeführt. Facebook

Diesen Fakt lässt Union-County-Staatsanwalt Jeff Langley nicht gelten. Er stellt in der Anklageschrift Tochter Linley als „unzuverlässige Babysitterin“ hin, weil diese „unter einer Lernschwäche leidet“. Dieses Argument macht Henderson wütend: „Bei meiner Tochter wurde mal in der Grundschule eine leichte Hyperaktivität diagnostiziert. Doch Linley ist eine 1,0-Schülerin, hat erfolgreich einen Erste-Hilfe-Kurs des Roten Kreuzes belegt und hält mehrere Leichtathletik-Schulrekorde an ihrer Highschool“.

Anwalt DeLugas: „Das Ganze ist ein Albtraum für Melissa. Sie hat ihren Job quittieren müssen, aus Angst, ihre Kinder noch einmal allein zu lassen!“