Der Beruf des U-Bahn-Fahrers war Frauen in Russland bislang unter anderem mit der Begründung verwehrt worden, dass er für sie körperlich zu anstrengend sei. Foto: imago images/ITAR-TASS

Erstmals in ihrer mehr als 80-jährigen Geschichte hat die Moskauer U-Bahn nun auch Zugfahrerinnen. Die Verkehrsbetriebe der russischen Hauptstadt gaben am Sonntag die Einstellung der ersten Frauen als Zugfahrerinnen im U-Bahn-Netz bekannt. Ihre Anheuerung wurde durch eine im September vom Arbeitsministerium erlassene Änderung des Arbeitsrechts ermöglicht: Dadurch war die Liste der Berufe, in denen nur Männer arbeiten dürfen, von 456 auf etwa hundert gekürzt worden. Frauen dürfen demnach künftig auch Boote und große Lastwagen fahren.

Die Moskauer U-Bahn wurde 1935 eingeweiht und war ein Stolz der früheren Sowjetunion. Der Beruf des U-Bahn-Fahrers war Frauen in Russland aber bislang unter anderem mit der Begründung verwehrt worden, dass er für sie körperlich zu anstrengend sei.

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Die Moskauer Betriebe hielten dem nun entgegen, dass dank der Automatisierung der Job in der Steuerkabine der U-Bahn nicht mehr „mit schwerer physischer Anstrengung in Verbindung gebracht“ werde. Auch die staatliche russische Bahngesellschaft will in diesem Jahr mit der Einstellung von Fahrerinnen beginnen. Nach Angaben der Verkehrsbetriebe der russischen Hauptstadt sind zwölf Fahrerinnen bereits im Dienst. Weitere 50 sollen folgen.

Mit Dienstantritt der Fahrerinnen zum Jahresbeginn brachte die Metro eine Barbie in Uniform heraus, mit der Aufschrift: „Du kannst alles erreichen, was du möchtest“.