Der verurteilte Mörder Ralf H. wurde offenbar festgenommen. Polizei Münster

Wie dieser Fall abgelaufen ist, ist besonders für die Angehörigen schwer zu verstehen: Im vergangenen Jahr war Ralf H. 27 Jahre nach dem Mord an der damals 16 Jahre alten Nicole Schalla zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Doch er wurde bis zum Haftantritt nicht in Gewahrsam genommen, legte schließlich seine Fußfessel ab und floh. Noch immer wurde er nicht gefunden, auch wenn inzwischen zahlreiche Hinweise eingegangen sind. Laut Polizei werde er möglicherweise von seiner 54-jährigen Verlobten begleitet. Gegen sie erließ ein Richter am Donnerstag Haftbefehl wegen Beihilfe. Die Polizei sucht nach dem Fluchtwagen der beiden und veröffentlichte ein entsprechendes Foto. Nun wurden sie offenbar gefunden.

Polizei fahndet nach dem Mörder, seiner Verlobten und deren Auto

Wie ntv nun am Morgen des Heiligabend berichtete, soll Ralf H. gefasst worden sein. In Begleitung seiner Verlobten wurde er in der Nacht kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze in der Stadt Enschede gefasst. Beide wurden festgenommen. H., um die Strafe wegen Mordes abzusitzen, seine Verlobte, das sie ihm bei der Flucht ganz offenbar geholfen hatte.

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Ralf H. (56) war im vergangenen Januar 27 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der damals 16-jährigen Nicole Schalla vom Landgericht Dortmund zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte sie 1993 in einem Dortmunder Vorort überfallen und erwürgt - aus sexuellen Motiven.

Justiz sah keine Fluchtgefahr, jetzt ist der Mörder weg

Weil die Justiz keine Fluchtgefahr sah und das Urteil noch nicht rechtskräftig war, blieb der Deutsche nach dem Schuldspruch frei und bekam eine Fußfessel. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch sagte, wurde das Urteil nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshof vor wenigen Tagen rechtskräftig.

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Am Dienstag sei die Staatsanwaltschaft darüber informiert worden, woraufhin sie die Haft vollstrecken lassen wollte. Am Dienstagabend legte Ralf H. seine Fußfessel in Münster ab und verschwand. Die Eltern der 1993 getöteten Nicole Schalla machten den Behörden bereits schwere Vorwürfe für die krasse Fehleinschätzung. Nun ist der Mörder ihrer Tochter aber wieder in Gewahrsam.