Fürstin Charlène von Monaco stammt aus Südafrika. AFP/Valery Hache

Blonde Kurzhaarfrisur, Khaki-Kleidung, Nashörner und gelegentlich auch mal Mielie Pap: Die nach einer Hals-Nasen-Ohren-Entzündung in Südafrika festsitzende Fürstin Charlène von Monaco macht nicht nur am Kap Schlagzeilen.

„Das ist mein längster Südafrika-Aufenthalt seit ich 2007 nach Monaco übersiedelte“, sagte die 43-Jährige in einem ihrer seltenen Interviews dem südafrikanischen Magazin You. Sie nähe täglich ein paar Stunden Decken für einen Kinderhort in der Küstenprovinz KwaZulu-Natal, wo es jetzt im Süd-Winter spürbar kälter wird. Statt erlesener französischer Küche steht nun mit Mielie Pap eine südafrikanische Maisbrei-Spezialität auf ihrem Speiseplan.

Fürstin Charlène engagiert sich für Tierschutz

Charlène, die östlich von Johannesburg aufwuchs und seit 2011 mit dem 20 Jahre älteren Fürsten Albert II. verheiratet ist, war zu Jahresbeginn in ihre alte Heimat gereist, um den Kampf gegen die Nashorn-Wilderei zu unterstützen. Sie besuchte ein Naturreservat, in dem Ranger Nashörner zum Schutz vor Wilderern enthornen.

Fotos zeigten eine gelöst wirkende junge Frau, die neben einem betäubten, dicken Rhinozeros kniet. Es sei eine Herzensangelegenheit für sie, sagte Charlène. Freudige Überraschung löste sie zudem in Südafrika aus, als sie als einziges gekröntes Haupt aus Europa zur Trauerfeier für den gestorbenen Zulu-König Goodwill Zwelithini erschien.

Südafrika-Reise Zeichen einer Trennung?

Doch der Besuch entpuppte sich immer deutlicher als monatelanger Daueraufenthalt – und nährte Spekulationen zu einer möglichen Trennung des Paares sowie zu einer Rückkehr der Fürstin in ihre alte Heimat. Die Mutter der sechs Jahre alten Zwillinge Gabriella und Jacques – des künftigen Fürsten von Monaco – beteuerte dagegen immer wieder, wie sehr sie ihren Gatten und vor allem auch die Kinder vermisse, mit denen sie täglich per Videoschalte rede. Albert und die Kinder besuchten Charlène im Juni in Afrika – auf ihrer Instagram-Seite teilte die Fürstin ein gemeinsames Safari-Foto.

Am Hochzeitstag blieb Charlène am Kap

Nun berichtete sie dem südafrikanischen Radiosender 702, ein vor ihrer Reise durchgeführter kieferchirurgischer Eingriff habe ihre Rückkehr hinausgezögert. Die Entzündung dürfte ihren Aufenthalt noch weiter verlängern, da sie beim Fliegen in großer Höhe den Ohrendruck nicht ausgleichen könne. „Ich kann nicht vorhersagen, wie der Heilungsprozess bei mir verlaufen wird“, betonte sie und deutete Ende Oktober als Rückkehrtermin an. Bilder des später veröffentlichten Interview-Videos zeigten die monegassische Landesmutter in einer Savannenlandschaft in KwaZulu-Natal. „Afrika wird stets ein Teil von mir sein“, sagte sie.

Selbst ihren zehnten Hochzeitstag verbrachte die einst als Charlene Wittstock geborene Ex-Leistungsschwimmerin am Kap, wo sie nach eigenen Angaben starke emotionale Bindungen hat. Nach dem Umzug der Familie aus dem heutigen Simbabwe hatte sie ihre Jugend in Johannesburgs Vorort Benoni verbracht, wo auch Hollywoodstar Charlize Theron aufgewachsen ist. Wie Therons Familie hat auch die Fürstin deutsche Vorfahren. Schwimmen war stets ihre Leidenschaft – daher war sie als Jugendliche in die Küstenregion KwaZulu-Natal umgezogen.

Zur Welle der Gewalt dort, die sich an der Inhaftierung von Ex-Präsident Jacob Zuma entzündet und rasch verselbstständigt hatte, hat sich Charlène nicht geäußert, meinte aber: „Südafrika bedeutet mir sehr viel.“ Betroffen war neben KwaZulu-Natal der Großraum um die Städte Pretoria und Johannesburg (Gauteng-Provinz), in dem sie einst mit ihren Eltern und den beiden jüngeren Brüdern aufwuchs.

Charlène hatte Albert im Jahr 2000 bei einem Schwimmwettkampf kennengelernt, nachdem sie zuvor bei den Olympischen Spielen 2000 für die südafrikanische Nationalmannschaft angetreten war.