„Rama“ von Upfield ist „Mogelpackung des Jahres 2022“.
„Rama“ von Upfield ist „Mogelpackung des Jahres 2022“. Verbraucherzentrale Hamburg

Preiserhöhungen sind fast schon alltäglich geworden. Ärgern tut man sich aber immer noch, wenn mal wieder – gerade auch für Lebensmittel – an der Kasse mehr verlangt wird als noch kurz zuvor. So richtig ärgerlich wird es aber immer dann, wenn die Industrie auch versucht, solche Preissteigerungen auf ganz fiese Weise zu verschleiern. Im vergangenen Jahr war die Firma Upfield – Hersteller der Rama-Margarine – besonders dreist.

Und deshalb haben die Verbraucher die Rama-Margarine zur „Mogelpackung des Jahres 2022“ gewählt. Seit dem vergangenen Jahr wird das Streichfett mit 400 statt 500 Gramm Inhalt zum selben Preis in einer gleich großen Packung verkauft, wie die Verbraucherzentrale Hamburg am Montag mitteilte. Neben Rama standen vier weitere, vorab ausgewählte Produkte zur Wahl.

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Achtung Abzocke! Verbraucherschützer fordern strengere Regeln

„Vor allem in Krisenzeiten wie diesen mit stark gestiegenen Lebenshaltungskosten ist Preistransparenz wichtiger denn je“, sagte Verbraucherschützer Armin Valet. Die Verbraucherzentrale Hamburg, die die Wahl zur „Mogelpackung des Jahres“ jedes Jahr organisiert, forderte von der Politik mehr Schutz der Verbraucher vor versteckten Preiserhöhungen. Es brauche strengere Regeln: Packungen müssten prinzipiell voll befüllt sein, nur in Ausnahmefällen sollte ein technisch notwendiger Luftraum erlaubt sein. Bei reduzierten Füllmengen müssten auch die Packungen entsprechend kleiner werden.

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Mit insgesamt 34.293 abgegebenen Stimmen nahmen 2022 im Vergleich zum Vorjahr mehr als doppelt so viele Verbraucherinnen und Verbraucher an der Wahl zur „Mogelpackung des Jahres“ teil. „Rama“ habe den diesjährigen Titel „mehr als verdient“, sagte Valet. Wenn der Inhalt schrumpfe, die Packung aber nicht, hätten Kunden kaum eine Chance, die Trickserei zu bemerken. Da es sich bei Streichfett zudem um ein oft gekauftes Lebensmittel handele, das fast immer in 500-Gramm-Bechern angeboten werde, sei das Vorgehen „besonders dreist“, sagte der Verbraucherschützer.