Die Berliner Moderatorin Visa Vie. Imago/Future Image

Im April wurde in Berlin und vielen weiteren Bundesländern die Maskenpflicht im Supermarkt abgeschafft. Politiker appellierten an die Eigenverantwortung der Bürger, sie dennoch aufzusetzen, um sich und andere angesichts hoher Inzidenzen weiterhin zu schützen. Doch die Realität sieht vielerorts anders aus. Gerade für alte Menschen und Risikogruppen ist das ein Problem. Sie müssen einkaufen gehen, doch im Supermarkt treffen sie auf Menschen, die nicht bereit sind, sie zu schützen. Auf diesen Umstand machte nun auch die Berliner Moderatorin Visa Vie aufmerksam und wurde direkt angefeindet.

Visa Vie war schwer an Corona erkrankt

Die 34-Jährige weiß wovon sie spricht, denn sie ist gleich in mehrfacher Hinsicht betroffen. Im Dezember erkrankte sie an Corona. Die Infektion verlief alles andere als glimpflich, die Folgen spürt sie bis heute. Denn Visa Vie leidet an Long Covid. Infolge der Infektion erkrankte sie an Diabetes, bekam Herzprobleme. Das Coronavirus machte sie zur Risikogruppe und das in einer Zeit, in der sich selbst der einst mahnende Gesundheitsminister Karl Lauterbach immer mehr locker machte.

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Die Konsequenz: Visa Vie musste sich Monate lang von einer sich immer weiter öffnenden Welt zurückziehen. Inzwischen treffe sie sich nach „fünf Monaten Isolation“ dank PCR-Tests zwar wieder ab und an mit Freunden, doch auf Instagram weist sie auch immer wieder darauf hin, dass die Abschaffung diverser Corona-Regeln für Menschen, die zu vulnerablen Gruppen gehören, eben mit noch mehr Einschränkungen verbunden sind.

Visa Vie bekommt für ihren Long-Covid-Bericht viel Feedback

Für ihre Aufklärungsarbeit bekommt Visa Vie viel Feedback. Darunter ist auch Gutes, was die Moderatorin zu diesem Instagram-Statement veranlasste: „Ich hab anhand eurer Nachrichten das Gefühl, dass (unter anderem) meine Situation ein paar Menschen sensibilisiert hat, sich und andere wieder mehr zu schützen. Ich würde es mir wirklich sehr wünschen, damit euch dieser ganze Wahnsinn einfach erspart bleibt.“

Doch wie immer, wenn Menschen im Netz zu mehr Vorsicht in Sachen Corona aufrufen, bekam Visa Vie auch einen Shitstorm ab. Den machte sie nun öffentlich. Nachdem sie auf Instagram ein Foto postete, zu dem sie „virtuelle Liebe und Dankbarkeit für alle Menschen da lassen“ wollte, die „weiterhin freiwillig Maske tragen“, bekam sie ziemlich viele abfällige Nachrichten.

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Moderatorin Visa Vie postete Hass-Kommentare auf Instagram. Instagram/Visa Vie

Diese postete sie in einer weiteren Story. Da hieß es unter anderem: „Man, du Nuss. Es gibt keine Pandemie. Schau dich um. Blödsinn. Wach mal auf.“ Oder: „Ihr kommt jetzt mit Solidarität, ist klar, verpisst euch mal alle. Erst immer die Ungeimpften überall ausschließen und jetzt wollt ihr, dass man mit euch solidarisch ist.“

Visa Vie beobachtet: Kaum jemand trägt im Supermarkt Maske

Visa Vie schickte diese Story aus ihrem Auto – von einem Supermarkt-Parkplatz in Brandenburg, wie sie verriet. Dort würden rund 90 Prozent der Menschen beim Einkaufen keine Maske mehr tragen, berichtete die Moderatorin und zog ein trauriges Fazit: „Irgendwie bezeichnende Situation, da nicht mehr reingehen zu können, u.a. wegen solcher Leute …“

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Wer die Mechanismen im Internet kennt, weiß, allein dieser Satz dürfte bei den betreffenden Personen die nächste Hass-Welle ausgelöst haben.