Ein Mob in Bangladesch hat einen Mann angezündet. Foto: imago images / ZUMA Wire

Ein Mob in Bangladesch hat einen Mann angezündet und dazu „Allahu akbar“ (arabisch für „Gott ist groß“) geschrien. Ein Video der Tat machte in den sozialen Medien in dem mehrheitlich muslimischen Land die Runde. Der Mann soll zuvor zusammen mit einem anderen Mann einem Imam in einem abgelegenen Dorf gesagt haben, dass Islamisten illegale Waffen in dessen Moschee gelagert haben könnten, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Anschließend hätten die beiden Männer am Donnerstagabend nach den Waffen gesucht, unter anderem auf einem Regal, wo der Koran und andere heilige Bücher standen. Dabei seien sie nach Aussagen des Imams nicht respektvoll mit den Büchern umgegangen, so die Polizei.

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Anwohner hätten die beiden Männer daraufhin in einem Raum eingesperrt. Dann seien mehrere Hundert Muslime gekommen, hätten einen der Männer herausgeholt, verprügelt und anschließend in Brand gesteckt. Er sei gestorben, sagte ein örtlicher Behördenmitarbeiter. Die Polizei hat nach eigenen Angaben keine Waffen in der Moschee gefunden. Beamte hatten den überlebenden Mann zunächst mitgenommen.

Bangladesch gehört nach Angaben der Vereinten Nationen zu den am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Immer wieder kommt es in dem südasiatischen Staat wegen Gerüchten oder Aberglauben zu Gewalttaten. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 50 Menschen von Mobs getötet, wie die Nichtregierungsorganisation Ain o Salish Kendra schreibt.